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Parlamentarier aus Flensburg : Landtag: Bis zu fünf von der Förde

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn es perfekt läuft, könnten neben dem Direktkandidaten vier weitere Politiker aus der Stadt ins Kieler Parlament einziehen.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 07:22 Uhr

Es wäre eine schöne Frage für einen Oberstufenkurs in Politik an einem Flensburger Gymnasium: Welcher Flensburger Landtagskandidat hat die größten Chancen, ins Kieler Parlament einzuziehen? Heiner Dunckel (SPD) oder Arne Rüstemeier (CDU) dürfte für viele die Alternative sein. Richtig ist aber: Rasmus Andresen von den Grünen hat die sicherste Startposition: Der 31-jährige Grünen-Landtagsabgeordnete ist im Kampf um das Direktmandat zwar allenfalls Außenseiter. Mit seinem Listenplatz vier ist der junge Flensburger aber höchstwahrscheinlich im neuen Parlament wieder vertreten.

Die Ausgangsposition der Vertreter der beiden großen Volksparteien ist da deutlich weniger komfortabel. Da Heiner Dunckel (SPD) auf dem aussichtslosen Platz 23 der Landesliste seiner Partei rangiert und es auch CDU-Bewerber Arne Rüstemeier mit Position 22 kaum besser traf, gilt für beide: Nur wer den Wahlkreis direkt gewinnt, also mehr Stimmen als jeder andere der acht Mitbewerber auf sich vereint, zieht in den Kieler Landtag ein.

Aktuell ist Flensburg seit dem Wechsel von Simone Lange ins Rathaus nur noch mit Rasmus Andresen im Landtag vertreten: Wenn es perfekt für Flensburg läuft, könnten neben dem Direktkandidaten noch vier weitere Politiker aus der Stadt ins Kieler Parlament einziehen – Umweltmister Robert Habeck noch gar nicht mitgerechnet: Denn neben Andresen, Rüstemeier oder Dunckel dürfen sich noch drei weitere Kandidaten Hoffnungen auf den Einzug ins Parlament machen. Und nicht nur, weil die Umfragen immer knappere Ergebnisse vorhersagen, ist das Rennen so spannend und schwer auszurechnen wie selten: Vieles spricht dafür, dass aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten deutlich mehr als 69 Parlamentarier im nächsten Landtag Platz finden. Zudem sind zwei Parteien – Linke und AfD – zuletzt knapp unter beziehungsweise oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde gesichtet worden. Sollte eine von beiden scheitern, bringen die Prozente der anderen Parteien gleich mehr Kandidaten ins Parlament.

Zum Beispiel Christian Dirschauer vom SSW: „Bei meinem Listenplatz 4 könnten bereits 4,6 Prozent ausreichen, um in den Landtag einzuziehen“, hat er errechnet – eben abhängig von weiteren Faktoren wie Wahlbeteiligung, Überhang- und Ausgleichsmandaten. Zwar sehe die jüngste Umfrage den SSW bei 4 Prozent. „Die Erfahrung der vergangenen Wahlen war, dass der SSW in der Regel am Wahltag besser abgeschnitten hat, als vorab von den Meinungsforschern eingeschätzt“, hofft Dirschauer und ergänzt: Selbstverständlich könne ein SSW-Kandidat in Flensburg auch den Wahlkreis direkt gewinnen.

Nicht ohne Chance ist auch Kay Richert, der FDP-Fraktionschef im Rat: „Ich wurde auf Platz 8 der Landesliste der gewählt. Bei einem Ergebnis von etwa 10,5 Prozent können die Freien Demokraten mit acht Mandaten rechnen“, so seine Rechnung. Allerdings sahen die Umfragen seine Partei zuletzt meist bei neun Prozent. Doch wäre es nicht das erste zweistellige Ergebnis der Kubicki-FDP in Schleswig-Holstein.

Auch die Linke könnte, wenn es perfekt für sie läuft, noch eine Flensburgerin ins Kieler Parlament schicken. Ratsfraktionschefin Gabi Ritter seht auf Platz fünf der Landesliste: „Ich rechne fest damit, dass die Linke die Fünf-Prozent-Hürde knacken wird“, zeigt sie sich optimistisch. Und sie erinnert: „2009 hatten wir mit sechs Prozent sechs Abgeordnete.“ 2009 – das war das Jahr, als mit Susanne Herold, Rasmus Andresen, Silke Hinrichsen und Heinz-Werner Jezewski vier Flensburger in den Landtag zogen – bislang Rekord.

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