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Flensburger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 20:13 Uhr

Landfrauenschule wird kein Hotel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Weeser Unternehmer Arnd Ohlenbusch will das Haus an der Holnisstraße kaufen / Hotelpläne des bisherigen Eigentümers gescheitert

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 14:54 Uhr

Die frühere Landfrauenschule könnte bald in neue Hände übergehen. Das ist einer Vorlage des Bauausschusses zu entnehmen, in der von dem neuen Eigentümer Arnd Ohlenbusch die Rede ist. Der wolle mit seiner Firma AHP in die frühere Landfrauenschule einziehen und auch vermieten.

Der Bauausschuss überlegt in dem Zusammenhang, den Bebauungsplan für eine Sondernutzung Hotel aufzuheben. Der B-Plan war von der Politik erst 2010 für die Zwecke des bisherigen Eigentümers Mogens Riis so beschlossen worden. Der Bauausschuss will am 29. April entscheiden.

Der bisherige Eigentümer Mogens Riis war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Der als neuer Eigentümer vorgestellte Arnd Ohlenbusch (46) aus Wees bestätigt sein Interesse an dem Objekt an der Holnisstraße. Allerdings habe er noch nicht gekauft. Ob er das tun werde, hinge von der Entscheidung der Stadt ab, den B-Plan aufzuheben.

Mit der Suche nach einer neuen Bleibe will der Software-Unternehmer seinen Angestellten mehr Raum bieten. Inzwischen sei es sehr beengt. „Ich will ein angenehmeres Arbeitsklima schaffen“, erklärt er und verneint anderweitige Wachstumspläne. Die Firma, die im Gewerbegebiet Wees angesiedelt ist, hat 20 Angestellte und entwickelt Kommunikationslösungen für Qualitätsmanagement. „Wir agieren auf dem gesamten Markt der Fertigungsindustrie“, sagt Ohlenbusch. Er studierte in Flensburg technische Informatik und übernahm das Unternehmen vor zehn Jahren. Ehemalige IBM-Mitarbeiter hatten es 1980 in Glücksburg gegründet.

Hinaus aus einem Gewerbegebiet hinein in einen Ort zu ziehen, schreckt den Unternehmer nicht. „Die Mitarbeiter brauchen Ruhe zum Entwickeln“. Da störe bei offenem Fenster schon eine gut befahrene Straße, erklärt Ohlenbusch. Die Übertragungsrate der Internetverbindungen sei in Glücksburg nicht schlechter als in Wees, eher besser, sagt der Ingenieur.

Ohlenbusch würde bei einem Kauf mehr als die Hälfte des Gebäudes für seinen Betrieb nutzen. Den Rest als Büros vermieten. In der Bauausschussvorlage ist auch von Wohnungen die Rede. Eine mögliche Gesamtinvestition siedelt der Ingenieur unter 2 Millionen Euro an.

Der bisherige Eigentümer Mogens Riis hatte das Objekt eigenhändig zu einem Hotel umbauen wollen (wir berichteten), scheiterte am Ende aber wohl an den Sicherheits- und Brandschutzauflagen, wie die Verwaltung sagt und feststellt: „Eine betriebssichere und dauerhaft sichernde Wirtschaftlichkeit ist offensichtlich nicht herzustellen.“ Das hätten Vertreter der Stadt und vom Kreis Schleswig-Flensburg bei einem Gespräch mit Riis erfahren.

Zum Vorhaben des potenziellen Käufers erklärt die Stadt: „Um die Ansiedlung der Nutzerstruktur wie zuvor beschrieben möglich zu machen, ist eine Aufhebung des Bebauungsplanes Nr. 40 (Sondergebiet Hotel) die einfachste und sicherste Lösung.“ Die Bewertung der Nutzung und der Bebauung würde sich nach Paragraf (§) 34 des Baugesetzbuches richten. Die im B-Plan-Verfahren geforderten Lärmschutznachweise könnten entfallen, da kein Restaurant mehr betrieben werden solle. Nach § 34 wäre auch ein Neubau möglich, wenn er sich in die Umgebung einfügt. Kommt der Kauf nicht zustande, ist Ohlenbusch bereit, neu zu bauen. Dann aber wohl eher in Wees, wie er sagt.

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