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Erstaufnahme auf Campus : Land plant größeres Flüchtlingsdorf in Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Innenministerium schweigt zu Größenordnung und Zeitplan. Sind freie Bundeswehrliegenschaften eine Alternative?

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Nach der geplatzten Planung der drei Genossenschaften SBV, FAB und Gewoba Nord für das Flüchtlingsdorf auf dem Campus hat das Land angekündigt, nun selbst eine Erstaufnahme an der Osttangente zu errichten.

Innenministeriumssprecher Hendrik Peters erklärte gegenüber dem Tageblatt, dass das Land nun eine größere Erstaufnahme als die ursprünglich vorgesehenen „bis zu 600 Plätze“ plane. Es sei bislang allerdings keine Entscheidung über die Größenordnung gefallen, sagte Peters weiter: „Es gibt keine Zahl und es gibt keinen Zeitplan.“

Ursprünglich wollte das Land das Flüchtlingsdorf aus knapp zehn Gebäuden bis September 2016 fertig stellen. Es waren hochwertige Wohngebäude geplant, die nach fünf oder spätestens zehn Jahren als Studentenwohnheim für rund 250, maximal 300 Studierende fungieren könnten. Das hügelige und wasserreiche Gelände an der Flensburger Osttangente gilt als schwierig und teuer zu erschließen – darüber sollen auch Gutachten vorliegen.

CDU-Ratsherr Arne Rüstemeier wies am Mittwoch daraufhin, dass die Ratsversammlung am heutigen Donnerstag (16 Uhr) mit dem Aufstellungsbeschluss die bisherigen Planung auf den Weg bringen wolle: „Wichtig ist auch, dass dort ursprünglich ein Wohnheimstandort geplant war. Ich möchte nicht, dass das in Vergessenheit gerät“, sagte Rüstemeier.

Oberbürgermeister Simon Faber wollte sich am Mittwoch zu der neuen Situation noch nicht äußern: „Wir wissen noch gar nicht, was geplant ist“, sagte eine Sprecherin. Für ein Meinungsbild sei es zu früh.

SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lange indes berichtete von einem Gespräch mit Innenminister Stefan Studt von Dienstagabend. Es sei gut, dass das Land bereits 12.000 Plätze habe, und eine Vergrößerung stehe nun als Frage im Raum: „Das Land nutzt tatsächlich die Gelegenheit, zu gucken, wie viel Kapazitäten noch gebraucht werden.“ Wegen seines guten und offenen Klimas halte der Innenminister Flensburg für einen geeigneten Standort.

Lange erklärte, dass eine dezentrale Unterbringung in kleineren Einheiten immer die beste Lösung sei: „Die Art der Unterbringung ist der erste Schritt zur gelungenen Integration“, sagte sie. Zudem fragte Lange nach Kapazitäten der Bundeswehrliegenschaften in der Stadt: „Ich weiß, dass die Bundeswehr bereit ist“, sagte sie: „An der Bundeswehr liegt es bestimmt nicht.“ So lange Leerstand da sei, müsse man diesen auch nutzen.

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