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Stadtwerkelauf : Läufer trotzen Schlamm und Regen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit 526 Anmeldungen verzeichneten die Organisatoren des Stadtwerkelaufs einen Rekord. Ein Reporter von unserer Zeitung lief den Halbmarathon und zieht Bilanz vom Sportereignis.

Flensburg | Banger Blick Richtung Boden. Da ist kein Pfeil zu sehen. „Nicht schon wieder!“, schießt es mir in den Kopf. Sofort sind die Erinnerungen wieder da: Beim Stadtwerkelauf im April 2014 hatte ich mich nach rund der Hälfte der Strecke in Führung liegend verlaufen. Und nach dem Lauf so viel Zuspruch von Zuschauern und Helfern bekommen, dass für mich sofort feststand: Dieses Jahr bin ich erst recht dabei.

Aufatmen. Wenige Sekunden später entdecke ich doch einen Pfeil, der den Weg weist. Der ist aber nur schemenhaft erkennbar, denn Dauerregen und die aufgeweichte Erde haben ihm zugesetzt. Überhaupt habe ich – wie so manch anderer Läufer auch – eher mit dem Untergrund als dem eigenen Schweinehund zu kämpfen: Auf der Strecke durch das „Landschaftsmatschgebiet“ Wees stürzen einige Läufer, wie eine Helferin später berichtet. Alle anderen sehen von Fuß bis Hüfte so aus, als hätten sie sich auf dem Rundkurs eine Schlammkur gegönnt.

So geht es auch Natalie Jachmann. „Ich bin überrascht, dass es so matschig ist“, sagt die Siegerin des 10-Kilometer-Laufs, die aus Wees kommt und die Strecke kennt. „Das hatte ja mehr Crosslauf- als Straßenlauf-Charakter.“ Den hat sie in zwei Wochen garantiert, wenn Jachmann bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Husum startet.

Da steht auch ihr Freund Pascal Dethlefs an der Startlinie, der den Halbmarathon-Lauf mit riesigem Vorsprung gewann – und sich nicht einmal verausgabt hat. „Beine und Körper sind noch recht locker“, berichtet er im Ziel. Zuvor hat sich der sympathische und bodenständige Büdelsdorfer noch bei mir entschuldigt – weil er nach rund drei Kilometern im Siebenmeilenschritt an mir vorbeigezogen ist. Bis dahin hatte sich Dethlefs auf Anraten seines Trainers im Hinblick auf die Deutschen Meisterschaften zurückgehalten. Dort will er noch einmal eine Schippe drauflegen und eine Zeit von unter 1:10 Stunden erzielen.

Eine Schippe draufgelegt haben auch die Organisatoren der Veranstaltung, Ludwig Kiefer von der Agentur „Triple Events“ und die LG Flensburg. „Mit 526 Anmeldungen haben wir ein Rekordergebnis erzielt“, sagt Kiefer. Damit habe er ob des schlechten Wetters nicht unbedingt gerechnet.

Das gilt umgekehrt auch für die Klagen etlicher Läufer über die Duschen in der Grundschule Engelsby. Dort kam nur Wasser mit einer geschätzten Temperatur von acht Grad aus den Leitungen. „Das ist nicht kalt, das ist schon eiskalt“, beschwerte sich ein älterer Teilnehmer nach dem Duschen. Für die Umstände entschuldigte sich Kiefer vor der Halbmarathon-Siegerehrung und kündigte ein umgehendes Gespräch mit der Stadt als Vermieterin an. Doch zu dem Zeitpunkt waren die meisten Läufer allerdings schon nach Hause gefahren – wohl auch, um ein warmes Bad zu nehmen.

Das soll sich kommendes Jahr ändern. Kiefer: „Wir überlegen, den Start-Ziel-Bereich vom Sky-Markt in der Trögelsbyer Straße auf das Vereinsgelände von IF Stern Flensburg zu verlegen.“ Fest steht dagegen, dass ich auch 2016 erneut beim Stadtwerkelauf starten will. Denn unterwegs verirrt habe ich mich nicht, sondern als Zweitplatzierter im Halbmarathon-Lauf einen Pokal gewonnen. Bange Blicke Richtung Boden werden dann nicht mehr nötig sein – bis zur nächsten Auflage kenne ich die Strecke sicherlich auswendig.

Die Ergebnisse:

5-km-Lauf

1. Keke Ayrton Hofmann (Männer), Mae-Sophie Münster (Frauen)

2. Wolfgang Freese, Silvana Stief

3. Sascha Rothmann, Lina Schnüll

10-km-Lauf

1. Bernd Burmeister, Natalie Jachmann

2. Maik Lange, Nathalie Fritzke

3.  Michael Porath, Kirsten Sellmer

10-km-Firmenwertung

1. Versatel Deutschland GmbH

2. BSG Stadtwerke Flensburg

Halbmarathon-Lauf

1. Pascal Dethlefs, Anne Becker

2. Christoph Käfer, Victoria Best

3. Thore Evers, Gyde Lorenzen

5-km-Nordig-Walking

1. Hanno Reese, Susann Tumma-Behder

2. Jens Wriedt, Christine Kaschel- Christiansen

3. Karl-Heinz Heinrichsen, Britta Scholz

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erstellt am 30.Mär.2015 | 12:15 Uhr

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