Steinbergkirche : Kurzfilm-Projekt mit langen Nächten

Wie eine große Familie präsentierten sich auf dem Scheersberg alle Teilnehmer am Erasmus-Projekt.
Wie eine große Familie präsentierten sich auf dem Scheersberg alle Teilnehmer am Erasmus-Projekt.

Das Satruper Gymnasium pflegt den kulturellen Austausch mit Finnland, Bulgarien und Rumänien.

shz.de von
23. Januar 2018, 13:37 Uhr

„Wir sind alle glücklich, in einem freien Europa zu leben.“ Diese Aussage von Lukas Rose aus Esgrusschauby, Schüler des Satruper Bernstorff-Gymnasiums, spiegelte die positive Stimmung wider, die unter den jungen Teilnehmern des Erasmus-Projekts „Signs of the time“ (Zeichen der Zeit) eine Woche lang in Mittelangeln und auf dem Scheersberg zu spüren war. Zwölf Elftklässler, ausgewählt aufgrund besonderer Lernleistungen aus hundert Satruper Mitschülern der Altersstufe zwischen 15 bis 17 Jahren, trafen mit jeweils sechs Gleichaltrigen aus Finnland, Bulgarien und Rumänien zum Zweck des kulturellen Austausches zusammen. Schülerin Emily Höpner aus Satrup merkte an: „Ich habe mich noch nie in meinem Leben so lange Zeit in der englischen Sprache verständigen müssen.“ Alle seien sich auf Anhieb menschlich nahe gekommen und hätten Freundschaften geschlossen, fügte sie hinzu.


Finnen sind Motoren des Projektes

Zum Programm gehörte die Teilnahme der ausländischen Partner am Unterricht im Bernstorff-Gymnasium. Hinzu kamen Einladungen von einheimischen Familien an die Gäste. Lukas Rose wunderte sich: „Die meisten von ihnen kennen keine gemeinsame Mittagsrunde, und ihre Handys legen sie fast nie aus der Hand.“

Die Satruper Schulleiterin Barbara Langlet-Ruck wies darauf hin, dass dieses von der EU finanzierte Projekt den „Bernstorffern“ geradezu auf den Leib geschnitten sei, „weil wir ja eine anerkannte Europaschule sind“. Als starke Motoren für das gegenwärtige Projekt hätten sich die Finnen betätigt, zu denen es schon vor 20 Jahren erste Kontakte gegeben habe.

Die Lehrkräfte Sonja Schmidt und Jan Lücke, die ihre Schülergruppe im Jugendhof Scheersberg bei der Projektarbeit unterstützten, hoben hervor, dass es sich um ein auf drei Jahre ausgelegtes Programm handelt. Die nächste Zusammenkunft der Beteiligten werde 2019 in Bulgarien stattfinden. Den Satrupern winke im Abiturzeugnis ein zusätzliches Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme, was als Mehrwert zu den üblichen Zensuren zu verstehen sei.

Wie kreativ und einfühlsam sieben gemischte „europäische Teams“ drei Tage lang – und oft freiwillig bis in die Nächte hinein – bei der Arbeit an Kurzfilmen zu Werke gingen, zeigte sich bei der Präsentation im Festsaal des Jugendhofs. Jugendbildungsreferent Ingo Mertins (Scheersberg) und der Filmemacher Hannes Görrissen gaben den Film-Neulingen das technische Rüstzeug in die Hand. Durch alle Beiträge rollt als Symbol ein blauer Europaball. Er wird von einem zum anderen geworfen, und wenn er mal zufällig wegspringt, laufen alle besorgt hinter ihm her. Selbst ein potenzieller Attentäter lässt sich vom Spiel mit der Kugel beeindrucken, sodass er sein düsteres Vorhaben aufgibt. Am Schluss vereinen sich viele Hände auf dem Ball und setzen damit ihr Zeichen der Zeit.






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