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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 15:13 Uhr

Ab Februar : Kurzarbeit: Werft muss Luft holen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zu schnell war der Übergang vom Serien- zum Spezialschiffbau bei der FSG. Werft-Geschäftsführer Peter Sierk kündigt jetzt viele Neubauaufträge an.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Für 730 Beschäftigte auf der Flensburger Schiffbau Gesellschaft endete 2013 mit einer schlechten Nachricht. Auf einer Betriebsversammlung kurz vor Weihnachten teilte der geschäftsführende Gesellschafter Peter Sierk seinen Leuten mit, dass die FSG ab Februar Kurzarbeit fährt. Es gab aber auch eine gute Nachricht. Eine sehr gute sogar. Es gibt keine Entlassungen – und, die große Chance, dass die Zeit der Kurzarbeit angesichts vieler unterschriftsreifer Neubau-Aufträge relativ kurz sein dürfte.

Im Moment ist es so. Die noch verbliebenen drei Neubauten – ein Dockschiff und zwei Offshore-Spezialschiffe – sorgen noch für neun Monate Arbeit. „Wir hätten Februar/März einen Folgeauftrag gebraucht. Das ist uns leider nicht gelungen“, räumt Werftchef Peter Sierkein. Konsequenz: Die Welle fehlender Arbeit für dieses nächste Schiff wird einmal durch alle Gewerke des Unternehmens laufen. „Das wird alle betreffen. Das Konstruktionsbüro macht nächsten Monat den Anfang, während wir zum Ende hin in der Fertigung Arbeit für zwei Werften haben“, sagt Sierk. „Da haben wir 180 Prozent Auslastung. Inklusive Leiharbeitern hatten wir im Dezember bis zu 2000 Leute auf dem Betriebsgelände.“ Das wird in den nächsten Monaten weniger werden. Wie viel weniger, entscheidet sich in den nächsten Wochen. In der Abteilung von Dirk Petersjohann, einem der drei Vertriebsleiter der FSG.

Aus dem Vertrieb gibt es interessante Informationen. Läuft alles optimal hat die FSG Ende des neuen Jahres Aufträge für mehr als zehn spannende neue Schiffe in den Auftragsbüchern. Und zwar die ganze Bandbreite. Fähren für Kanada, RoRo-Schiffe für Australien, Forschungsschiffe für Großbritannien. Es gibt Optionen, Vorverträge, jede Menge Forschungsvorleistung gemeinsam mit dem potenziellen Kunden. Peter Sierk ist optimistisch, das hinter der Welle die jetzt läuft, nicht die Ebbe kommt. Sondern die Flut. „Wir wollen unsere Leute behalten. Und wir wollen keinen verlieren, weil wir sie alle brauchen werden“, sagt er. „Das ist unsere erste Prämisse. Ich erwarte die ersten verbindlichen Aufträge noch in diesem ersten Quartal des Jahres. Und dann werden es keine neun Monate sein, in denen wir die Gürtel enger schnallen müssen.“

Selbstkritisch räumt er ein, dass sich die FSG beim Schwenk vom weltweit führenden Serienschiffbauer im RoRo-Segment zum Spezialschiff-Hersteller im vergangenen Jahr eine blutige Nase geholt hat. „2013 war das härteste Jahr, seit ich bei der FSG bin“, räumt er ein. „Wir haben sechzig neue Ingenieure integriert und wir haben gleichzeitig fünf Prototypen angefasst. Wir müssen die Zeit jetzt nutzen, um unsere Abläufe zu hinterfragen.“

Fakt ist: die Werft zahlt Lehrgeld für den Versuch, das hohe ProduktionsTempo aus dem Serien- ind den Spezialschiffbau mitzunehmen. Das, Sierk räumt es ein, hat Schwachstellen bloßgelegt. ärgerliche Ausfälle der Neubauten „Rolldock Star“ und „Oceanex Connaigra“, die in Odense bzw. Boston wegen Antriebsproblemen ins Dock mussten, machten deutlich, dass Ressourcen- und Prozessteuerung auf der FSG ein neues Programm für die neuen Aufgaben benötigen – intensivere Kontrollen der Zulieferteile beispielsweise, die außerhalb der Großserienfertigung ebenfalls mehr Aufmerksamkeit benötigen. „Wir haben uns teilweise eine blutige Nase geholt, aber wir lernen.“

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