Kurs Lofoten: Arved Fuchs setzt Segel

Mags im Winter kalt: Arved Fuchs locken die Lofoten. Am 28. Dezember setzt Expeditionsschiff 'Dagmar Aaen'  Segel.  Foto: Dewanger
Mags im Winter kalt: Arved Fuchs locken die Lofoten. Am 28. Dezember setzt Expeditionsschiff "Dagmar Aaen" Segel. Foto: Dewanger

Flensburger Expeditionsschiff folgt dem "Gold des Nordmeeres" / Sechswöchige Reise zu den Laichgründen des Kabeljau

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21. Dezember 2012, 06:19 Uhr

Flensburg | Mit dem Maya-Kalender und dem für heute im Lauf des Tages vorhergesehenen Weltuntergang hat sich Arved Fuchs nicht so eingehend beschäftigen können. Zu sehr ist der Bad Bramstedter Expeditionsleiter und Skipper der Flensburger "Dagmar Aaen" mit der Vorbereitung seiner nächsten Reise beschäftigt. Sie führt, wenn nichts dazwischen kommt, immerhin ziemlich dicht ans Ende der Welt - zu den norwegischen Lofoten. Start der Expedition ist am 28. Dezember in Flensburg.

Es wird dunkel, es wird kalt - sichere Anzeichen dafür, dass sich der Bad Bramstedter mit festem Liegeplatz in Flensburg wieder auf die Reise macht. Gestern machte der Haikutter nach einer einwöchigen Überholung in Egernsund wieder im Flensburger Museumshafen fest. Acht Tage bleiben Fuchs und seiner achtköpfigen Start-Crew noch, das 24 Meter lange Expeditionsschiff für die lange Reise in die rauen, dunklen Gewässer nördlich des Polarkreises auszurüsten. "Wir sind schon gut davor", meinte der 59-Jährige gestern Nachmittag. "Aber wir wollen ja auch noch alle Weihnachten feiern." Nur dreieinhalb Tage später wollen die Crewmitglieder im Hafen von Skagen auf das neue Jahr anstoßen.

Danach geht es über das Skagerrak nach Stavanger - und weiter nordwärts dem Gold des Nordmeers hinterher. So werden die riesigen Kabeljau-Schwärme genannt, die jedes Jahr in Januar/Februar zum Laichen von der Barentsee zu den Lofoten ziehen. Im Hintergrund auch dieser Expedition steht wissenschaftliche Neugier. "Wir wollen wissen, wie in diesen ergiebigen Gründen heute mit moderner Technik gefischt wird", sagt Fuchs. Die Norweger sind sehr auf den Erhalt der Bestände bedacht. Wir wollen von den Betreibern großer und kleiner Fangschiffe wissen, wie das heute mit moderner Technik funktioniert."

Neben der Wissenschaft gibt es bei dieser Tour einen literarischen Leitfaden. "Wir lassen uns von der Erzählung Die Lofotfischer des norwegischen Autoren Johan Bojer führen." Seit Jahrhunderten locken die Schwärme die Fischer im Winter auf See. Traditionell nach Weihnachten gingen sie wie bei Bojer beschrieben in offenen Booten auf Fangfahrt in tückischen und stürmischen Gewässern bei fast ständiger Dunkelheit."

Es ist nicht Dagmar Aaens erste Reise zu der Inselgruppe im wild zerklüfteten Nord-Norwegen. "Wir sind schon etliche Male dort gewesen. Aber noch nie im Winter", sagt der Expeditionsleiter. "Es ist schon eine faszinierende Gegend." Er weiß, was Crew und Schiff erwartet. Wegen des Golfstroms wird das Wasser nie kälter als 7 Grad Celsius - der Grund für den gewaltigen Laichzug. Das Meer vor den steil abfallenden Bergwänden der Lofoten ist bekannt für plötzlichen Nebel, für heftige Orkane und gewaltige Gezeitenströme zwischen den Inseln. "Es muss dort nicht immer rau sein. Aber im letzten Jahr hat wegen der Stürme sogar die Hurtigrouten den Verkehr eingestellt."

Mit an Bord sind übrigens auch drei Flensburger: Bernhard Naber, Peter Fleischer und Volker Wenzel gehören seit Jahren schon zur Mannschaft, die sich freilich während der sechswöchigen Reise durch Crew-Wechsel noch verändern wird. Der Skipper bleibt durchgängig an Bord, die Dagmar Aaen wird nach Abschluss der Expedition den Winter in Tromsø verbringen.

Seit 1991 ist der Haikutter Fuchs’ Expeditionsschiff. "Ehrlich gesagt. Ich weiß gar nicht mehr, die wie vielte Reise das ist", bekennt er. "Aber das Kribbeln bleibt. Es wird nie Routine." Punkt 12 Uhr heißt es morgen in einer Woche "Leinen los!" für die erste Reise der Dagmar Aaen in diesem Jahr überhaupt. Arved Fuchs freut sich drauf. Bis Skagen wird sich dann hoffentlich alles wieder ordentlich zurecht schütteln."

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