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Flensburger Tageblatt

18. November 2017 | 22:34 Uhr

Messe Nordjob in Flensburg : Kurs Karriere

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei ihrer 17. Auflage bringt die Bildungsmesse Nordjob 6500 Schüler mit 140 Unternehmen und Institutionen zusammen

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2017 | 08:10 Uhr

Am Messestand des Selbsthilfe-Bauvereins (SBV) hatten Jana Kulschewski und ihre Kolleginnen aus dem zweiten Lehrjahr gestern Morgen schon zahlreiche gute Gespräche mit interessierten Schulabgängern. Die angehenden Immobilienkauffrauen hatten sogar schon die eine oder andere Urkunde verteilt – an Schüler, die besonders interessante oder gut vorbereitete Fragen an die Wohnungsbau-Genossenschaft gestellt hatten. Da sprach plötzlich eine freundliche Dame mit etlichen älteren Herren im Gefolge die SBV-Auszubildenden an. Sie habe auch Kauffrau in der Wohnungswirtschaft gelernt, berichtete die Kieler Bildungsministerin Britta Ernst den jungen Damen des SBV. Besser wäre kaum zu belegen gewesen, dass eine duale Ausbildung zum Karriersprungbrett bis ganz nach oben taugt.

Zum 17. Mal seit 2001 hat die Ausbildungs- und Studienmesse Nordjob gestern für zwei Tage in der Flens-Arena Quartier bezogen. Insgesamt 6500 Schüler aus dem ganzen Landesteil wollen sich bei den 140 Ausstellern beruflich orientieren – rund die Hälfte davon sind meist regionale Unternehmen, die die duale Ausbildung oder ein duales Studium anbieten, dazu sage und schreibe 25 Hochschulen, 14 Beratungsinstitutionen und Verbände, 20 Fachschulen sowie erstmals auch 13 ehrenamtliche Initiativen von der Flüchtlingshilfe bis zum Stadtschülerrat. Den Blick von oben in die Messehalle bezeichnete selbst die Bildungsministerin als „grandios“.

„Besonders belagert ist der Stand von AIFS mit seinen Auslandsangeboten, berichtet Martina Ulrich vom Institut für Talententwicklung, das die Nordjob organisiert. Aber auch Bundeswehr und Polizei seien als Ausbilder traditionell stark nachgefragt. Oberbürgermeisterin Simone Lange erinnerte sich, dass auch sie einst auf einer solchen Messe berufliche Orientierung fand: „Ich wollte Cutterin werden oder zur Polizei – und habe danach gedacht: Wieso eigentlich Cutterin?“

Hans-Martin Rump von der Arbeitsagentur berichtete, dass bei vielen Unternehmen das Ringen um Fachkräfte längst in vollem Gange sei. Dies sei schon daran zu erkennen, dass die Zahl der Ausbildungsplätze in und um Flensburg binnen zwei Jahren um 20 Prozent auf rund 3000 gewachsen sei. Außerdem wollte Rump mit einem Mythos aufräumen: „Es stimmt nicht, dass man mit Hauptschulabschluss keine Chance hat.“ Rund 300 Schüler mit Hauptschulabschluss hätten im vergangenen Jahr eine Lehrstelle gefunden. Und umgekehrt schütze eine erfolgreiche Ausbildung vor Arbeitslosigkeit: „Von 600 arbeitslosen Jugendlichen sind 400 ohne Berufsabschluss.“ Aber auch nicht jeder, der Karriere machen möchte, benötige dazu ein Studium. Rund 60 Prozent der Beschäftigten auf hochqualifizierten Positionen hätten keinen Studienabschluss.

Zur Nordjob, die heute noch bis 14.45 Uhr läuft, kommen nicht nur Schüler und Studenten zur Joborientierung. Es gibt auch eine Last-Minute-Wand mit Ausbildungsplatzangeboten.

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