Kirche Adelby : Kunstaktion für die neue Orgel

Zuversichtlich: Gerd Kall, Uwe Appold, Dietgard Jensen, Thielko Stadtland, Dagmar Fischer (v.l.)
Zuversichtlich: Gerd Kall, Uwe Appold, Dietgard Jensen, Thielko Stadtland, Dagmar Fischer (v.l.)

Uwe Appold spendet Erlös aus persönlichen Unikaten

shz.de von
17. Januar 2018, 06:22 Uhr

Es sind ganz besondere Kunstwerke, die Uwe Appold da geschaffen hat. Sehr persönliche zudem. Unikate allemal. Der Flensburger Künstler hat Gegenstände, die ihm von Freunden und Besuchern der Adelby Kirche überlassen wurden, zu kleinen gegenständlichen Bildern verarbeitet, die oft eine kleine Geschichte erzählen. Der Erlös aus dem Verkauf an die „Auftraggeber“ fließt in das Projekt Orgelneubau.

Für Dietgard Jensen hat Appold Erinnerungen an den Großvater verarbeitet, der in Schleswig Organist war. Da sind der Dirigierstab zu sehen, eine Seite aus dem Gesangbuch, kleine Spielfiguren. Für das Ehepaar Fischer hat er Mitbringsel aus Indien, ein paar Vogelfedern und die CD „Freischwimmer“ der Popband „Echt“ verarbeitet; da war der Fischer-Sohn Kai für die Gitarre zuständig.

Auch hat Appold einen Entwurf für das Gehäuse der Orgel vorgelegt, der nach intensiver Beratung vom Kirchengemeinderat abgesegnet wurde. „Jetzt sind wir gespannt, was der Denkmalschutz dazu sagt“, meint der Adelbyer Pastor Thielko Stadtland.

Der Neubau der Orgel steht, der Auftrag ist erteilt. 350 000 Euro sind zu finanzieren, rund 90 Prozent sind gesichert. Der Kirchenkreis sei mit 30 000 Euro dabei, der A.P. Møller-Fonds mit 27 000. Die Adelbyer Kirche wird regelmäßig auch von der dänischen Kirche in Flensburg genutzt; im Turm steht das Signum C VII für König Christian 7.

Eine großen Anteil an der Finanzierung hat der Orgelbauverein. Er wirbt auch für das Appold’sche Kunstprojekt – offenbar mit Erfolg. Neun von den insgesamt 15 Objekten sind bereits verkauft. Dadurch konnten immerhin 5400 Euro dem Konto des Orgelbauvereins gutgeschrieben werden. Die verbleibenden sechs Werke suchen noch Interessenten. Auch können noch Patenschaften für einzelne Pfeifen verwendet werden.

Das Gehäuse der neu zu bauenden Orgel sieht im Entwurf von Uwe Appold ganz anders aus als heute. Nicht ganz unerwartet, bringt der Künstler viel Farbe ins Spiel. Zu sehen sind kleine Flächen, fast Flecken in Gold und Blau, auch auf den sichtbaren Pfeifen. Der Großteil des Instruments wird jedoch in dem würfelförmigen Gehäuse mit rund vier Meter Kantenlänge verschwinden. In der Gestaltung werden die vier Evangelien thematisiert, erklärt der Künstler, der auch vier Glasfenster in dem Bauwerk plant.

Auf der Orgelempore in Flensburgs ältester Kirche soll das neue Instrumente deutlich nach vorn zur Brüstung gerückt werden, so dass es aus dem Kirchenschiff besser zu sehen sein wird. Nicht alle Pfeifen müssen neu gebaut werden, vermutlich können vier Register wieder verwendet werden.

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