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Alte Schule Duburger Straße : Kunst bleibt in der Neustadt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Kunst- und Kultur-Initiativen-Laboratorium (KKI) muss alte Schule frühestens im Juni aufgeben.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 19:18 Uhr

„Temporäres soziokulturelles Zentrum“: Der Name sagte es schon. Die Verweildauer der Künstler im alten Schulgebäude an der Duburger Straße 14 war von vornherein zur Zwischennutzung und nicht für die Ewigkeit angelegt. Ursprünglich war vorgesehen, dass das Kunst- und Kultur-Initiativen-Laboratorium (KKI) zum Ende des Jahres das Gebäude räumen sollte; jetzt dürfen die Kreativen ein weiteres halbes Jahr bleiben.

Der Grund sei die Rolle, die das Gebäude samt Grundstück in einem Bauvorhaben in der Neustadt spiele, sagt Markus Pahl vom Sanierungsträger Ihrsan. Es zähle zu einem von drei Grundstücken – Duburger Straße 8, 10 bis 12 und 14 –, die im „Skolegaarden“ aufgehen. Während ersteres Gebäude abgerissen werden solle, sagt Pahl, bleibe die Bausubstanz der anderen beiden Baudenkmäler im Konzept erhalten und wird städtebaulich eingebunden. Das 15-Millionen-Euro-Projekt soll in der Neustadt rund 130 neue Wohnungen schaffen (wir berichteten). Detailuntersuchungen stünden an, bevor das fragliche Grundstück an den Investor (die Gewoba) übergehen kann, erklärt Markus Pahl den Aufschub. Der Sanierungsträger sei längst im Gespräch mit den Künstlern, „weil wir das KKI als wichtige Kultureinrichtung im Stadtteil halten wollen“. Pahl gibt sich optimistisch und sagt, dass Ihrsan als Eigentümer ein Hinterhaus in der Apenrader Straße 63 als Alternative und auch die Adresse Neustadt 12 ins Spiel gebracht habe.

Das Hinterhaus eigne sich gut für Ateliers, bestätigt Lothar Baur vom Verein 8001, der das temporäre soziokulturelle Zentrum im Erdgeschoss der alten Schule betreibt. Mit diesem aber werde „Flensburg einen seiner attraktivsten Kulturentwicklungsorte verlieren“, bedauert Baur. Denn dem Zentrum im Erdgeschoss schreibt er 80 Prozent aller öffentlichen Aktivitäten zu. Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Filmvorführungen könnten verlegt werden. Die Ausstellungen hingegen haben bislang Platz auf nahezu 250 Quadratmetern gefunden, wofür noch kein Ersatz gefunden sei. Lothar Baur übt Selbstkritik: „Es zeichnet sich ab, dass wir in der Vergangenheit versäumt haben, in unserer Öffentlichkeitsarbeit dieses Flensburger Kulturjuwel besonders zu vermitteln.“ Doch auch er bleibt, im Namen der Gäste und Studenten, die beim Betrieb des Zentrums helfen, zuversichtlich: „Wir werden einen Weg finden. Erst mal nutzen wir diese geschenkte Zeit.“

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