Energie der Zukunft : Kunde Stadt prüft Ökostrom

 Hohmeyer
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Faber lässt Mehrkosten eines Umstiegs prüfen / Große Energiediskussion am Dienstag

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28. Mai 2011, 11:13 Uhr

Flensburg | Die Stadt des Klimapakts auf Ökokurs: Oberbürgermeister Simon Faber (SSW) hat die Verwaltung gebeten zu prüfen, zu welchen Mehrkosten es führen würde, wenn die Stadt Flensburg als Stadtwerke-Kunde komplett auf Ökostrom wechseln würde: "Die Prüfung läuft", sagte Faber im Vorwege der großen Energiediskussion am Dienstag ab 18 Uhr im Bürgerhaus. "So weit ich es gehört habe, wären die Mehrkosten nicht übertrieben viel höher."

Ob die Stadt, deren Rat die Stadtwerke bereits beauftragt hat, die Möglichkeit des kompletten Atomausstiegs zu prüfen, nun gleich auf Ökostrom umsteigt? Immerhin - fünf Millionen Kilowattstunden Strom nimmt die Stadt ihrer Tochter Stadtwerke jedes Jahr ab. So viel verbraucht das Rathaus natürlich nicht allein. Dazu gehören auch all die Kilowattstunden, die alle Flensburger Schulen und städtischen Kindertagesstätten, Museen oder die Feuerwehr verbrauchen. Gesamtkosten zuletzt: rund 800 000 Euro.

Faber findet, die Suche nach der energiepolitisch richtigen Strategie könne in Flensburg nur auf der Basis der Kraft-Wärme-Kopplung erfolgen: Dass Flensburg mit seinem Fernwärmenetz (Anschlussdichte über 98 Prozent) nebenbei Strom produzieren kann, ist weit und breit Alleinstellungsmerkmal. Auch die Frage, ob jeder Häuslebauer in Flensburg eine Solaranlage auf dem Dach brauche, könne nicht davon losgelöst betrachtet werden: "Die Frage ist, womit hat man eine hohe CO2-Reduzierung?" Faber sagt, er habe jedenfalls den Eindruck, dass viele Neubauten in puncto Wärmedämmung sehr konventionell gebaut sind. Außerdem müsse man fragen, ob Flensburg als Grenzstadt zwischen zwei Energiesystemen eine besondere Chance haben könne.

Unter dem Motto "Unsere Energiezukunft" laden die Stadt Flensburg und unsere Zeitung am Dienstag ab 18 Uhr in der Bürgerhalle des Rathauses zur öffentlichen Diskussion über die Energieversorgung der Zukunft in Flensburg.

Seit Monaten wird in den politischen Gremien der Stadt über die Entwicklung und künftige Ausrichtung der Stadtwerke Flensburg diskutiert. Nach Impulsreferaten von Michael Wübbels, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, Flemming Hammer von der dänischen Beratungsfirma Cowi A/S, Prof. Volkswirt und Klimaforscher Olav Hohmeyer von der Uni Flensburg und Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg, haben alle Interessierten die Möglichkeit, mit den Referenten über dieses vielschichtige Thema ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei. Moderiert wird die Veranstaltung von Ulrich Spitzer (Industrie- und Handelskammer Flensburg) und Carlo Jolly (Flensburger Tageblatt).

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