Premiere in Flensburg : Kultur kommt in den Burghof

Ortstermin im Burghof: Musiker Frank Rühmann (l.) und Ralph Schmedeke (vorn mit Udu), die Bewohnerinnen Inga und Lisbeth sowie Mareike Hölker-Grzimek und Thomas Frahm (Kulturbüro, v.r.).
Ortstermin im Burghof: Musiker Frank Rühmann (l.) und Ralph Schmedeke (vorn mit Udu), die Bewohnerinnen Inga und Lisbeth sowie Mareike Hölker-Grzimek und Thomas Frahm (Kulturbüro, v.r.).

Heute startet der Vorverkauf für die 24. Flensburger Hofkultur / Neue Spielstätte und Kurzfilme

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07. Juni 2018, 06:54 Uhr

24 Jahre hat es gedauert, bis einer der prominentesten Flensburger Höfe es in den erlesenen Kreis der Hofkultur-Spielstätten geschafft hat. Am 28. Juli bringen Marina & the Kats aus Österreich den Swing in den Burghof. Fast alle Bewohner der 76 Wohnungen haben zugestimmt, dass ihr Hof für einen Sommerabend zur Konzertarena wird.

Die Initiative dazu kam von den beiden Bewohnerinnen Inga und Lisbeth. Beide kennen die Hofkultur seit Jahren und fanden, dass es Zeit wird, den Burghof zur Spielstätte zu machen. Das fand auch Ingo Haasch, europaweit gefragter Tonmeister, der in Kürze von Potsdam nach Flensburg ziehen wird – in den Burghof.

Wie immer startet Flensburgs Sommerfestival im Hof des Schifffahrtsmuseums. Am Freitag, 20. Juli, wird dort Forró gespielt, eine Musikrichtung aus Brasilien, verwandt mit der osteuropäischen Polka. Der in den 80ern populäre Lambada stammt von Forró ab, bei dem mit sehr engem Körperkontakt sehr sinnlich getanzt wird – vielleicht ja auch in Flensburg.

Viel erdiger und bodenständiger geht es dort tags drauf weiter. Mit Todor „Toscho“ Todorovic und seiner Blues Company kommen echte Urgesteine – Gründungsjahr: 1976 – von Osnabrück nach Flensburg. Die Band genießt Bekanntheit weit über Deutschland hinaus.

Obwohl der Vorverkauf erst heute beginnt, wurden für ein Konzert bereits 250 Tickets verkauft. Das Gastspiel von Jacob Dinesen aus Tondern läuft in Verantwortung des Sydslesvigsk Forening, und der hat ganz ohne Werbung das Konzert zu einem Viertel ausverkauft. Dinesen ist zumindest im Süden Dänemarks ein Superstar, er gilt als dänischer Springsteen. Sollten am 27. Juli tatsächlich 1000 Besucher in den Hof von Flensborghus kommen, wäre das Hofkultur-Rekord.

Ein anderer Hofkultur-Rekord ist seit Jahren in Händen von Ralph Schmedeke. Ganze 14 mal ist er schon bei dem Festival aufgetreten, in meist unterschiedlichen Ensembles. Am 3. August ist er als Percussionist bei Frank Rühmanns Bandprojekt Kramer im Roten Hof dabei. Die fünf Musiker haben ihren Akustik-Sound weiter verfeinert, der dreistimmige Satzgesang ist ebenso prägend wie die Pedal-Steel-Gitarre von Rüdiger Karan.

Im August wird der Hof des Schifffahrtsmuseums erneut doppelt bespielt. Am 10. August kommt das Quartett Ladama; das sind vier Frauen aus vier amerikanischen Ländern, die Sprachen und Musikstile zu einem panamerikanischen Mix vereinen. Die Bühne bleibt danach für Papa Boye and the Relatives stehen – Reggae-Urgesteine aus Kiel, die eine Kostprobe ihrer karibischen Gute-Laune-Musik schon tagsüber beim afro-akribischen Hoffest geben. Neu im 24. Jahr der Hofkultur ist der Kurzfilmabend am 17. August im Hof des Aktivitetshuset, der aus lichttechnischen Gründen erst um 21 Uhr beginnt. Musikalisch endet das Festival schon am 12. August mit einer Matinee im Krusehof mit dem Angelner Liedermacher Andreas Kohla.

Der Internet-Verkauf der Tickets wird heute um 9 Uhr freigeschaltet; die Karten gibt es aber auch im Vorverkauf, ua. in den sh:z-Ticketcentern.

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