Flensburger Hafenspitze : Kult-Lokal „Bellevue“ wird zum „Heimathafen“

Vier Männer, ein Bier: Oberbürgermeister Simon Faber (2.v.r.) begrüßt das Team Stuttgart mit Bekim Pjasitaj, Marco Grenz und Marius Steffens (.l.) mit einem Flens Frei.
Vier Männer, ein Bier: Oberbürgermeister Simon Faber (2.v.r.) begrüßt das Team Stuttgart mit Bekim Pjasitaj, Marco Grenz und Marius Steffens (v.l.) mit einem Flens Frei.

Die Brauerei stellt den Buten-Flensburger Marco Grenz als neuen Pächter vor: Die Stuttgarter Kursaal GmbH will am 18. Juni zunächst die Terrassen öffnen.

shz.de von
06. Mai 2015, 15:45 Uhr

Flensburg | Moin und Servus! Die drei Herren in Blau auf der Wasserterrasse des „Bellevue“ sind aus Stuttgart nach Flensburg gekommen, um über die Zukunft zu sprechen. Marco Grenz, sein Geschäftspartner Bekim Pajazitaj und Marius Steffens sind die neuen Pächter des Lokals an der Hafenspitze – und sie wollen sich nicht unnötig lange mit Rückbetrachtungen aufhalten. Am Donnerstag, 18. Juni, werden die Außenanlagen auf dem Wasser und an Land in Betrieb genommen, für Donnerstag, 24. September ist das „Grand Opening“ des kompletten Ensembles angesetzt – bis dahin wird für viel Geld mit Schwabenfleiß gebaut.

Unternehmerisch gehen die Partner Grenz und Pajazitaj als Pächter der Flensburger Brauerei an den Start. Weil es ein Neuanfang werden soll, und weil der 44-Jährige Marco Grenz als Buten-Flensburger wieder nach Hause kommt, wird das „Bellevue“ nicht mehr länger „Bellevue“, sondern künftig „Heimathafen“ heißen. Marius Steffens – auch er gebürtiger Norddeutscher – soll das Lokal in bester Hafenlage als Betriebsleiter betreuen, er zieht zum nächsten Monat vom Neckar an die Förde. Er freut sich auf ein sehr spannendes Projekt. Der „Heimathafen“ setzt auf deutsche Küche („aber mit Blick über den Tellerrand“), gehobene Qualität und flinken unaufdringlichen Service. Ein Teil der künftigen Mannschaft wird wie Steffens den Wohnsitz nach Flensburg verlegen – der andere Teil wird ab sofort gesucht.

Spannende Projekte hat das Team der um die beiden Pächter schon reichlich gestemmt. Grenz und sein Partner kennen sich seit 19 Jahren und haben vor allem seit 2002 in Stuttgart gemeinsam große Räder gedreht. Grenz („ich bin Gastronom aus Leidenschaft“) kam von Flensburg über England und Hamburg (Alsterpavillon) nach Stuttgart. Zehn Jahre war er als Wirt der Alten Kanzlei am Schlossplatz auch der Wirt der Stuttgarter Prominenz. Nach seinem Abschied im Zorn baute er ab 2013 im Stadtteil Bad Cannstadt den alten Kursaal auf. Vor einem Jahr ging auf dem Grundstück des unter Denkmalsschutz stehenden Ensembles der Augustiner Biergarten in Betrieb, weitere Standbeine hat das Unternehmen mit (je nach Saison) bis zu 150 Beschäftigten in der – nach eigenen Angaben – besten Shopping Adresse Stuttgarts mit dem Königsbau Cafè und der Königsbau Suite.

Größenmäßig kann das Lokal an der Hafenspitze das Stuttgarter Team nicht aus der Fassung bringen. Grenz und Pjazitaj haben Erfahrungen mit Stadtfesten, Restaurants und Szenekneipen, großen Sälen, kleinen Sälen und Biergärten, mit 1000 Gästen und noch viel mehr. Der Flensburger Reiz ist für Grenz der Lockruf der Heimat. „Ich hab’ vor zehn Jahren schon gesagt: wenn zurück nach Flensburg, dann wegen des Bellevue.“

Pajazitaj und Grenz waren nicht die Einzigen, die mit Hafenblick an einer erfolgreichen Gastronomie arbeiten wollten. Nach Angaben von Sara Sausmikat-Teilen, Unternehmenssprecherin der Brauerei, gab es immerhin über 70 Bewerbungen für das Bellevue. Geschäftsführer Andreas Tenbrockhaus ließ durchblicken, dass neben der Erfahrung die Service-Philosophie des Buten-Flensburgers mit den Ausschlag gegeben habe.

Grenz will sein Schmuckstück jetzt Schritt für Schritt entwickeln – und dabei genau auf das hören, was die Flensburger sagen. Mit Eröffnung der Terrassen wird auch eine Küche in Betrieb genommen, das „Grand Opening“ werde jedoch noch einmal eine große qualitative Veränderung mit sich bringen.

Marco Grenz ist Optimist. Die Einbuße an überdachten Plätzen macht ihm kein Kopfzerbrechen, zumal Oberbürgermeister Simon Faber gestern nochmals explizit zusagte, dass man den Neustartern nicht die einst gültigen engen Fesseln des Vorhaben- und Erschließungsplanes anlegen werde. „Das wird eine runde Sache“, freut sich der neue Pächter. Immerhin: Das Wetter spielte mit milden 22 Grad bei der Vorstellung schon mal mit, und die erste Buchung hat der Heimathafen auch schon. „Das war quasi im Vorbeigehen“, sagt der Wirt. „Eine Hochzeitsgesellschaft am 2. Oktober.“

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