Gelting-Faaborg : Kult-Fähre soll 2013 wieder fahren

Die erste Alternative zu Gelting-Mole heißt Port Olpenitz bei Kappeln. Foto: dpa
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Die erste Alternative zu Gelting-Mole heißt Port Olpenitz bei Kappeln. Foto: dpa

Die dänische Reederei Nordisk Faergefart APS legt sich fest: Bereits 2013 soll die Fähre zwischen Faaborg/Fünen und Angeln wieder in Betrieb gehen. Doch bis dahin ist noch einiges zu tun.

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16. Oktober 2012, 02:41 Uhr

Niesgrau | "Zu 99,9 Prozent" - legt sich Jan Kobber fest - werden auf der Traditions-Fährlinie zwischen Gelting/Angeln und Faaborg/Fünen ab 2013 wieder Passagiere über den kleinen Belt transportiert. Der Sprecher der Reederei Nordisk Faergefart APS hat sich in den Kopf gesetzt, der 1999 geschlossenen Verbindung neues Leben einzuhauchen. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, hat das Faaborger Unternehmen noch einige Hürden auf deutscher Seite zu überspringen - doch langsam dürfen die Fans der "roten Fähre" hoffen.
Inzwischen wurden Verhandlungen mit den Eigentümern des alten Anliegergeländes in Gelting-Mole und dem Alternativhafen Port Olpenitz bei Kappeln aufgenommen. Ein weiterer Anleger in der Region habe großes Interesse an einer Kooperation bekundet, teilte Kobber mit. Dabei könnte es sich um Langballigau handeln.
Nachdem die von den überraschenden Plänen überrumpelte Sportboothafen-Gesellschaft Gelting-Mole als Eigentümer des ursrünglichen Geländes zunächst noch mauerte, gibt es inzwischen einen regen Austausch.
Die Geltinger Antwort: Es mangelt an Infrastruktur
Per E-Mail habe Jan Kobber den Vorstand der Geltinger Sportboothafengesellschaft nun eingeweiht, dass sie "an der Wiederherstellung der Strecke zwischen Faaborg und Gelting arbeiten", wie Geschäftsführer Johannes Petersen bestätigt. Die dänische Seite sei demnach an einer Zusammenarbeit interessiert, habe jedoch nicht die Absicht, den Hafen Gelting-Mole (oder Teile davon) zu kaufen. Es gehe der Reederei einzig darum, künftig wieder "zu routen" und die ganze Sache "zum Laufen zu bringen".
Johannes Petersen weist nun in einem dem sh:z vorliegenden Antwortschreiben darauf hin, dass auf dänischer Seite nicht geprüft worden sei, ob die Anlagen des ehemaligen Fähranlegers für ein Fährschiff mit einer Kapazität von 350 Passagieren und 50 Autos noch geeignet sei. Nach dem Umbau des Geländes sei unter anderem die mehrspurige Zufahrtsstraße durch eine Grünfläche und einen Kinderspielplatz ersetzt worden. Das ehemalige Fährgebäude (mit Duty-free-Shop) sei völlig umgebaut worden. An dieser Stelle befinden sich inzwischen ein Restaurant, Sanitärräume für den Hafen, Lagerräume für Seglermaterial sowie Kiosk, Sauna und Räume für Krankengymnastik.
"Hoher finanzieller Aufwand erforderlich"
Da der Sportboothafen ausschließlich über die Fahrrinne des ehemaligen Fähranlegers ans Meer angeschlossen ist, würde eine gemeinsame Nutzung mit der Autofähre "zu erheblichen Problemen und Gefährdungen führen", befürchtet der Geschäftsführer. Dennoch schlägt er den Dänen nicht die Tür vor der Nase zu. "Es ist ein hoher finanzieller Aufwand erforderlich, um eine für Ihre Zwecke nötige Infrastruktur wiederherzustellen", erklärt Petersen in seinem Schreiben - und ergänzt: "Hierüber müsste gesprochen werden." Aber fest steht: Eine Herstellung der Anlagen auf Kosten der Sportboothafengesellschaft "schließen wir aus."
Die zahlreichen Fans der alten Fährverbindung, die sich unter anderem in der fast 8300 Mitglieder starken Facebook-Gruppe "Gelting Færgen skal igang igen - 100.000 Likes og vi søsætter processen" versammeln, dürfen weiter von einer Wiederbelebung des Übersee-Grenzverkehrs vor ihrer Haustür träumen.

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