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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 23:32 Uhr

KTS: Schulschließung abgewendet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trotz des Kostenstreits mit dem Kreis wird nach anderthalb Jahren Stillstand die Brandschutzsanierung abgeschlossen

Im endlos erscheinenden Stopp & Go-Fortschritt der Kurt-Tucholsky-Schule scheint es wieder ein Stück voran zu gehen. Michael Draeger, Leiter des Fachbereichs Kommunale Immobilien, teilte dem Finanzausschuss der Stadt auf dessen jüngster Sitzung mit, dass die seit August 2009 in städtischer Trägerschaft arbeitende KTS bald auch und endlich aus dem Eigentum des Kreises in städtisches Eigentum wechseln werde. Wohl entscheidender noch, weil elementare Sicherheitsbelange der Schüler betroffen sind: Die Arbeiten am Brandschutz werden fortgesetzt. Der dritte und letzte Bauabschnitt soll zu den Sommerferien 2015 fertig sein, heißt es in einer Mitteilungsvorlage, die Draeger im Ausschuss präsentierte.

Das wurde offenbar auch Zeit. Wie aus derselben Vorlage hervorgeht, ruhen die Arbeiten wegen der anhaltenden Auseinandersetzungen mit dem Kreis Schleswig-Flensburg über die Kostenübernahme seit März 2013. Offenbar ließ sich dieser Zustand nicht länger aufrechterhalten. „Daraus ergeben sich Gefährdungslagen für den betroffenen Teilbereich der Schule, die aus Betreibersicht nicht länger hingenommen werden können.“ Offenbar musste die Stadt eine sofortige Nutzungsuntersagung des betroffenen Schultrakts durch das Bauordnungsamt befürchten.

Es ist ein altes Leiden. Seit August 2008 streiten sich Flensburg und der Landkreis um ein ziemlich saftiges Paket von Kosten. Der Kreis hatte seine von Schülern des ländlichen Speckgürtels aber auch Flensburger Schülern genutzte Kooperative Gesamtschule den Flensburgern überraschend zum Geschenk angeboten – wegen eines ziemlich hoch aufgelaufenen Sanierungsstaus waren die Flensburger darüber aber alles andere als begeistert. Bevor im August 2009 dann wenigstens schon Mal die Trägerschaft auf die Stadt übergehen konnte, waren Sanierungskosten in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro ermittelt worden, die zu Lasten des Kreises gehen sollten. Wie es bei Altbauten oft ist, tauchten neue Kosten auf, als die Handwerker erst einmal losgelegt hatten. Zuletzt stritten sich Stadt und Kreis um die Übernahme weiterer 2,27 Millionen Euro. Dieser Streit, das stellt Draeger klar, ist noch nicht ausgefochten. Gleichwohl ist die jetzt wohl doch bevorstehende Eigentums-Übertragung ein Entspannungszeichen. Die Stadt Flensburg dürfte dem Kreis freiwillig kaum ein Gebäude abnehmen, in dem sich noch große finanzielle Risiken verbergen. Eben diese Erwägung aber hatte in den vergangenen anderthalb Jahren für den leichtsinnigen Stillstand auf dem Schulbau gesorgt. Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf betont, dass dieser Sicherheitsaspekt schließlich auch das Bestreben verstärkte, eine Einigung zu erzielen. „Die Eigentumsübertragung ist für uns wichtig. Ebenso, die Kostenfrage völlig aus diesen Verhandlungen herauszuhalten. Wir wollen dann kurzfristig die sicherheitsrelevanten Arbeiten in Angriff nehmen.“ Und danach? Wird wohl weiter gestritten. „Dann“, so Teschendorf, „müssen wir mal in Ruhe gucken, wie es weiter geht.“

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erstellt am 02.Nov.2014 | 00:00 Uhr

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