zur Navigation springen

Arbeitgeberverband Flensburg : Kritik an Energiewende: „Mittelstand ist bedroht“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Arbeitgeberverband blickt auf „sehr gutes“ Geschäftsjahr zurück - hohe Stromkosten belasten Betriebe.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2017 | 06:40 Uhr

Als gefragter und streitbarer Partner der Politik für die Interessen der regionalen Wirtschaft präsentierte sich der Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung. 33 neue Unternehmen konnten im abgelaufenen Jahr hinzugewonnen werden. „Es geht mit Volldampf voraus“, sagte Geschäftsführer Fabian Geyer. Große Akzeptanz fand der Vortrag von Alexander Wendt, der das Scheitern der Energiewende in Deutschland apostrophierte.

75 Vertreter von insgesamt 329 Mitgliedsunternehmen kamen am Dienstag im Strandhotel Glücksburg zusammen. Als neues Mitglied des mittlerweile zwölfköpfigen Vorstandes wurde Lars Kofoed-Jensen, Direktor des Dansk Skoleforening for Sydslesvig, vorgestellt. In seinem Geschäftsbericht betonte Fabian Geyer, dass man gegenüber der abgewählten Landesregierung immer klar Stellung bezogen habe. Als Beispiel nannte er den Protest gegen die „völlig überzogene Ermittlung angeblicher Scheinselbsständigkeit durch den Zoll und die öffentliche Diskreditierung von Arbeitgebern“. Ebenso erfolgreich habe man die „Fehler bei der Gesetzgebung zum Mindestlohn korrigiert“.

Die konjunkturelle Situation, führte Geyer weiter aus, habe sich nicht spürbar verschlechtert. „Betriebsbedingte Kündigungen sind eine echte Rarität geworden und Arbeitnehmer haben beste Aussichten, rasch einen neuen Arbeitsplatz zu bekommen.“ Der Arbeitsmarkt habe vor vier bis fünf Jahren noch gänzlich anders ausgesehen.

Den 2016 zum neunten Mal vom Verband verliehenen Arbeitgeberpreis „Förde-Fuchs“ würdigte Geyer als Marke und Aushängeschild der Wirtschaft für die Region. Man zeige damit, dass sich Unternehmer über die eigene Betätigung hinaus engagieren und besondere Fähigkeiten und Leistungen für die Gesellschaft anerkennen. Erwägungen, eine Senkung der Beiträge vorzunehmen, wurde überraschend eine Absage erteilt. Der Verband will verstärkt in den Mittelstand investieren oder Projekte wie „Jugend forscht“ unterstützen.

Großes Interesse fand der Vortrag des Journalisten und Autors Alexander Wendt „Woran die Energiewende gescheitert ist – und warum sie trotzdem weitergeht“. Wendt vertritt die mit Zahlen untermauerte These, dass Ziele wie billiger Strom im Überfluss, CO2-Reduzierung und das „grüne Jobwunder“ nicht erreicht, sondern vielmehr konterkariert worden seien. Windenergie werde im Überfluss produziert ohne sie adäquat speichern zu können. „Es gibt eine gewaltige Überproduktion an Strom!“ Vor Jahren schon sei vor einem Kosten-Tsunami gewarnt worden. Mittelständische Unternehmen seien dem ausgeliefert, pflichtete Andreas Willim (M. Jürgensen) dem Referenten bei. Seine Firma müsse einen hohen sechsstelligen Betrag mehr an Stromkosten berappen als noch vor zehn Jahren. „Die Kleinen leiden darunter, die Großen machen sich aus dem Staub.“ Fabian Geyer kann die Sorgen der Mitgliedsbetriebe gut nachvollziehen. „Sie sind brutal gebeutelt. Der Mittelstand ist in der Tat bedroht.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen