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MS Brahe aus Finnland : Kreuzfahrer wartet auf neuen Job

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Dauerlieger MS Brahe aus Finnland war für Reaktivierung der Gelting-Faaborg eingeplant. Das Kreuzfahrtprogramm im Belt fiel jedoch aus.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2015 | 14:30 Uhr

Flensburg | Das gut erhaltene Schiff mit den Linien alter Zeiten ist mittlerweile Teil der Flensburger Hafenkulisse geworden. Seit Anfang August ist die „Brahe“ der finnischen Reederei Saimaa Travel in Lappeenranta (Karelien) zu Gast in Flensburg und gibt Rätsel auf, weil ein kommerziell betriebenes Passagierschiff in der Hochsaison eigentlich Geld verdienen sollte. Hafenkapitän Wolfgang Petry wüsste auch gerne, wie es weitergehen soll – aber die Eigentümer sind für ihn nicht zu erreichen. „Wäre hilfreich, wenn die sich mal bei mir melden würden!“

Ursprünglich sollte die Brahe in der Flensburger Förde samt anschließender dänischer Südsee Geld verdienen. Bereits im vergangenen Jahr machte sich das urige Schiff, das 1943 in Chicago als Kriegskorvette vom Stapel gelaufen ist, auf den Weg nach Faaborg. Dort planten seit 2012 zwei auch in Flensburg gut bekannte Akteure mit dem 1948 zum Kreuzfahrer umgebauten Kampfschiff die Zukunft. Jan Kobber und sein Partner Christian Bonde wollten mit dem 56 Meter langen Oldtimer (angeblich das weltweit älteste noch in Betrieb befindliche Passagierschiff) die traditionelle Linie Faaborg-Gelting wiederbeleben. Das Projekt scheiterte, weil die Kaianlagen der Linie in Gelting nicht mehr existierten.

Für dieses Jahr hatten Bonde und Kobber, die das nur 56 Meter lange Passagierschiff mit Saimaa Travel in einer Tochterfirma Nordisk Faergefart betreiben, Kreuzfahrten in der dänischen Südesee angekündigt. Doch die geplanten sieben Kreuzfahrten fielen aus. Gegenüber der in Apenrade erscheinenden Zeitung „Der Nordschleswiger“ sagte Bonde, die „Brahe“ habe wegen einer fehlenden Zertifizierung für die internationale Fahrt von den dänischen Behörden keine Genehmigung für diese Passagierfahrten erhalten. Davon sind dann automatisch auch weiter gehende Überlegungen betroffen, neben Apenrade auch Flensburg zum Ziel- bzw. Starthafen für die angedachten drei- bis viertägigen Mini-Kreuzfahrten zu machen. Die einzigen Passagiere beherbergte die Brahe während des Heavy Metal Festivals in Wacken. Am 28. Juli machte die Brahe abends in Hochdonn für ihren Aushilfs-Job Hotelschiff fest.

Kirsti Laine von Saimaa Travels in Finnland konnte auf Anfrage nichts zur näheren Zukunft des kleinen Kreuzfahrers sagen. „Die Brahe wird nicht zwischen Gelting und Faaborg verkehren und Flensburg fällt als Zielhafen aus, weil die Klassifikation nicht ausreicht“ sagte Laine gestern. „Ich hoffe, wir haben in der nächsten Woche neue Nachrichten.“

Schiffahrtsfreunde haben die 2011 tiptop überholte Brahe längst in ihr Herz geschlossen. Auf vier Decks bietet sie einen Tanzsaal und ein Restaurant nebst 55 Kabinen, das ganze Schiff atmet den Charme der 50er Jahre – inklusive Gemeinschaftstoiletten in den billigeren Kategorien und selbstverständlich ohne Klima-Anlage. Seefahrt pur also. Jan Kobber war für eine Anfrage nicht zu erreichen.

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