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Schleswig-Flensburg : Kreistag Schleswig-Flensburg bunt wie nie

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SPD und Grüne gewinnen dazu, CDU, FDP und Linke verlieren. Freie Wähler und Bündnis für Bürger schaffen den Einzug in den Kreistag. Insgesamt sind acht Parteien vertreten.

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erstellt am 28.Mai.2013 | 08:00 Uhr

Schleswig-Flensburg | Miserable Wahlbeteiligung und ein Kreistag, der sich vollkommen neu finden muss - so richtig zufrieden war keine der etablierten Parteien, als gestern um knapp 21 Uhr das vorläufige Endergebnis der Kreiswahl im Bürgersaal auf die Großbildleinwand geworfen wurde. Die CDU blieb zwar mit Abstand stärkste Kraft, kann aber nicht wie bisher allein mit der FDP Entscheidungen durchbringen. Als Sieger können sich die Grünen fühlen, die im verkleinerten Kreistag von vier auf sechs Sitze sprangen. Zudem ist die politische Farbenlehre im Kreistag um einige Facetten reicher geworden, weil sowohl die Freien Wähler (FWS) als auch das Bündnis für Bürger (BfB) den Einzug in den Kreistag schafften.
Nur knapp jeder zweite Wahlberechtigte nutzte den verregneten Sonntag für den Gang zur Urne, so wurden die Nichtwähler wie schon 2008 zu einer bestimmenden Größe dieser Kommunalwahl. "Wir haben eine Demokratie mit immer weniger Demokraten", ärgerte sich stellvertretend der bisherige und wohl auch zukünftige SPD-Fraktionschef Ingo Degner.

Mit dem Ergebnis seiner Partei - 25,5 Prozent (2008: 22,5) - sei er "mittelmäßig zufrieden". Gleichwohl habe man die Chance, gemeinsam mit Grünen und SSW "vorbei an der CDU eine gestalterische Mehrheit zu bilden".
CDU-Spitzenkandidat Ulrich Brüggemeier, der in seinem eigenen Wahlkreis in Kropp glänzend abschnitt, war über den Rückgang um 3,3 auf 40,3 Prozent nicht überrascht. "Wir sind jetzt wieder auf dem Stand der 90-er Jahre. Wichtig ist ohnehin, dass wir Entscheidungen im Kreistag im Konsens treffen, "so wie wir es in den vergangenen fünf Jahren auch praktiziert haben".
Sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis zeigte sich Manfred Wilner-Höfer (Grüne). "Alles über zehn Prozent ist hervorragend", sagte er. Seine Partei hatte 2008 7,6 Prozent erzielt, nun sind es 11,1 Prozent. In der Sitzverteilung schlägt sich der Aufschwung mit sechs statt vier Mandaten nieder.

Von 6,4 auf 3,3 Prozent - obwohl sich die FDP prozentual fast halbiert hat, erreichen die Liberalen dennoch zwei Mandate im neuen Kreistag, zuvor waren es drei. Carsten-Peter Brodersen, amtierender Fraktionschef, macht für dieses Ergebnis unter anderem bundespolitische Trends mitverantwortlich. Er glaubt aber auch, dass ein Teil der Stimmen, die auf die Freien Wähler entfallen, zu Lasten der Liberalen gingen. In Wahlbezirken, in denen diese nicht antraten, habe man deutlich bessere Ergebnisse erzielt, so Brodersen.
Von 5,1 auf 1,9 Prozent abgestürzt sind die Linken, möglicherweise sind auch ihnen die Wählergemeinschaften in die Parade gefahren - allen voran Ralf Bratz, zuletzt als Fraktionsloser im Kreistag und nun Vormann des BfB. Die Wählergemeinschaft schaffte aus dem Stand 1,6 Prozent, holte einen Sitz im Kreistag und sorgt ebenso wie die FWS (3,4 Prozent, zwei Mandate) für frischen Wind im neuen Kreistag.

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