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Kräfte bündeln : Kreis ordnet Tourismusförderung neu

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verwaltung übernimmt Koordination und setzt auf die Lokalen Tourismusorganisationen. Für das Regionskontor Sønderjylland-Schleswig gibt es künftig weniger Geld.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Der Kreis Schleswig-Flensburg wird sich bei der Tourismusförderung und -koordination neu ausrichten. Das Nachsehen haben das Regionskontor Sønderjylland-Schleswig und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wireg. Der Regionalentwicklungsausschuss beschloss, die Koordination der touristischen Vorhaben der Kreisverwaltung zu übertragen. 2011 war die Wireg mit dieser Aufgabe betraut worden, „weil damals keine kreisweiten Ansprechpartner da waren“, wie Ausschussvorsitzender Thomas Detlefsen (CDU) erklärte. Mit der Gründung der dritten Lokalen Tourismusorganisation (LTO) im Kreis, der von Flensburg-Glücksburg-Harrislee-Langballig, wäre das Kreisgebiet ab 2015 abgedeckt. Ihr künftiger Geschäftsführer Gorm Casper ist mit dem Tourismus in der Region vertraut. Thorsten Roos, Leiter Kreisentwicklung, Bau und Umwelt, plädierte für einen Vertrauensvorschuss: „Wir sind überzeugt, dass die Tourismusförderung bei den drei LTOs am besten angesiedelt ist.“ Der Vertrag mit der Wireg läuft Ende des Jahres aus. Sie muss auf 34 000 Euro verzichten.

Die Koordinierung der Tourismusarbeit und der LTOs sieht Thorsten Roos ab 2015 in seinem Fachbereich III. Dadurch würde bei der Projektverwaltung gespart, und gegenüber dem Land und der Tourismusagentur (Tash) könnte der Kreis direkt auftreten. Roos empfahl dem Ausschuss, den Einfluss auf die LTOs zu behalten, sie ansonsten aber „an langer Leine“ arbeiten zu lassen. „Es geht darum, den LTOs ein Höchstmaß an Verantwortung zu übertragen“, sagte Roos, der Kreis solle aber die Mittel kontrollieren. Arno Asmus (CDU) merkte an: „Mit 18 000 Euro könne eine LTO ja auch keine großen Sprünge machen.“

Der Gesamtbetrag von 54 000 Euro wird entsprechend der touristischen Kennzahlen verteilt. Jürgen Wenzel (FDP) betonte: „Es liegt an uns, die jährliche Mittelvergabe nicht zur Tradition werden zu lassen.“

Eine Kürzung um 20 Prozent muss das Regionskontor Sønderjylland-Schleswig hinnehmen und auf 22 000 Euro verzichten. Im Kreis herrscht Unmut über die Projektzuteilung der kreiseigenen Mittel: „Das Regionskontor platziert Projekte vorne, die mit uns nichts zu tun haben“, sagte Roos. Seine Mitarbeiterin Kristina Hofmann berichtete aus 2013: Es seien 14 000 Euro angesetzt, dann aber 24 000 Euro abgerechnet worden. „Es geht darum, einen detaillierten Haushaltsplan zu bekommen und im Bereich des Ansatzes zu bleiben“, forderte sie. Roos stellte fest: „Die Kürzung ist für Herrn Hansen äußerst schmerzhaft.“ Peter Hansen leitet das Regionskontor. Der Kreis wäre diesen Weg gerne im Einvernehmen mit Nordfriesland und der Stadt Flensburg gegangen. Doch da habe man nicht bis zur Politik vordringen können, sagte Roos.

Grundlage der Entscheidungen ist das Ziel des Kreises, den Haushalt zu konsolidieren. Zehn Prozent spart er nach Angaben der Verwaltung durch die Neuausrichtung der Tourismusarbeit ein. Statt bisher 70 000 Euro zahlt er 2015 nur noch 63 000 Euro, davon fließen 54 000 Euro den drei LTOs zu.

Zum Thema Bäderverordnung hatte die FDP-Fraktion die Aufnahme aller Gemeinden des Kreises beantragt. Seit Saisonbeginn gilt die neue Verordnung nur noch für Küstengemeinden. Landrat Wolfgang Buschmann erklärte, dass genau das vermieden werden solle. Ohnehin müsse die Initiative für eine Änderung von Landesebene kommen. Jürgen Wenzel zog den Antrag zurück.

 

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