Glücksburg : Kranke Eichen mussten weichen

Die Glücksburger Bäume liegen dem früheren Förster Klaus-Dieter Schmidt am Herzen. Mit der Fällung von drei Eichen an der Uferstraße ist er nicht einverstanden.
Die Glücksburger Bäume liegen dem früheren Förster Klaus-Dieter Schmidt am Herzen. Mit der Fällung von drei Eichen an der Uferstraße ist er nicht einverstanden.

Ex-Förster Klaus-Dieter Schmidt bezweifelt, dass die drei Bäume krank waren – alles rechtens sagen die Behörden.

shz.de von
20. August 2018, 12:00 Uhr

Glücksburg | Unrecht witterte Glücksburgs früherer Förster Klaus-Dieter Schmidt: Mitte vergangener Woche wurden drei Eichen an der Landesstraße L 249 in Höhe der Wilhelminenstraße gefällt. Schmidt, der sich für ein Baumkataster mit schützenswerten Bäumen einsetzt, befindet mit Blick auf die Schnittflächen: „Die etwa 70 Jahre alten Bäume waren völlig gesund.“ Wer aber könnte ein Interesse haben, die Bäume zu fällen?

Die Bäume stehen direkt an der viel befahrenen Uferstraße, die Glücksburg mit Flensburg verbindet, vor dem Grundstück mit der Anschrift Wilhelminenstraße 12. Das dort befindliche Gebäude ist seit 2015 unbewohnt. Der derzeitige Eigentümer ist der Nachbar. Er hat das Grundstück hinter den drei Eichen vor fünf Jahren erworben und hat vorerst keine Pläne damit. „Ich wollte lediglich verhindern, dass mir jemand ein Zwölf-Familien-Haus vor die Nase setzt“, sagt er.

Beim Rasenmähen habe er fast mal ein Stück Totholz von den Eichen abbekommen. Aus Sicherheitsgründen habe er daraufhin die zuständige Behörde angesprochen. Die zuständige Behörde ist der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV). Dort hat man durch Prüfung im Februar festgestellt: „Die Bäume wiesen Standfäule auf. Ihre Standfestigkeit war beeinträchtigt. Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht mussten wir sie fällen lassen“, so LBV-Sprecherin Dagmar Barkmann.

Da die Bäume unter die Baumschutzsatzung fielen, wurde auch die Stadt Glücksburg einbezogen. Die Stadt ist für die Einhaltung ihrer Baumschutzsatzung selbst zuständig. Im Glücksburger Rathaus ist man der Auffassung, dass einer Empfehlung der LBV Folge zu leisten ist. Es gehe schließlich um die Verantwortlichkeit im Falle eines Schadens, so Bürgermeisterin Kristina Franke.

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg (UNB) musste auch noch ihr Okay gegeben, weil die Bäume im Sommer gefällt wurden. Normalerweise werden Baum-Fällungen zwischen 1. Oktober und 29. Februar vorgenommen. Die Bäume sind dann von weniger Tieren bewohnt. „Wir haben Befreiung vom Verbot der Fällung der Bäume erteilt mit der Auflage zu prüfen, ob Lebensstätten wildlebender Tiere in den Bäumen vorhanden sind“, sagt Rosemarie Holst von der UNB.

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