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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 12:40 Uhr

Livemusik in Flensburg : Kramer hautnah

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Sänger nimmt sein viertes Album live und unplugged im Orpheus-Theater auf

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 06:26 Uhr

Lang ist’s her. Ältere Semester kennen ihn noch als Sänger von „Toy“ oder „Spirit of Santana“. Damals war er unter seinem bürgerlichen Namen Frank Rühmann aktiv. Als Frontmann und „Rampensau“ mischte er das Publikum gehörig auf. „Das war die Rolle, die man von uns als Band erwartet hat“, sagt der Mann, der heute Kramer heißt. Heute bezeichnet er diesen Habitus als Flucht nach vorn. „Denn eigentlich bin ich ein schüchterner Mensch.“

Als Kramer hat er mit seiner Band drei Alben eingespielt – das letzte unter dem Titel „So oder so“, das erste Mal rein deutschsprachig. „Das ist ein ganz anderer Zungenschlag“, findet Kramer, „die Art des Ausdrucks wirkt viel direkter.“ Offenbar hat dieser neue Duktus auch Andrea Paluch gut gefallen. Die Autorin machte der Kramer-Gang das Angebot, im Rahmen ihrer Klappstuhl-Konzerte einen Gig zu geben, aber akustisch reduziert. Eine Initialzündung.

Die Erfahrung, unplugged zu spielen, ist Teil eines musikalischen Reifeprozesses. Eine Phase, die als Kontrapunkt zur Vergangenheit derzeit so gut zu dem 53-Jährigen passt wie ein maßgeschneiderter Anzug. „Es ist ein schönes Gefühl, einfach auf der Bühne zu stehen oder auch zu sitzen, verbunden mit dem Luxus von Ruhe und Zeit, Geschichten zu erzählen.“ Er muss nicht mehr den großen Entertainer geben. Das frühere Leben bereut Kramer nicht, aber er hat es abgeheftet als eine Abfolge von Episoden, „die mich dahin geführt haben, wo ich jetzt stehe“.

Und er steht nicht allein. Mit seinen Mitmusikern Benito Battiston (Gitarre, Klavier, Cello, Gesang), Achim Gafert (Bass), Rüdiger Karahn (Pedal Steel, Gitarre) und Ralph Schmedeke (Percussion, Gesang) verbindet ihn eine enge, langjährige Freundschaft. „ Wir begegnen uns mit großem Respekt, aber auch mit viel Spaß, der auf der Bühne ausgelebt wird.“ Kramer schwärmt von dem tollen Feedback nach den Konzerten, von der Nähe zum Publikum, von der fast intimen Atmosphäre. „Teilweise ist es so leise im Raum gewesen, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte.“

Es bleibt abzuwarten, ob das auch bei seinem nächsten Auftritt so sein wird. Kramer & Friends werden morgen, am Freitag, 6., und am Sonnabend, 7. Oktober, im Orpheus Theater an der Marienstraße auftreten. Die Zuhörer erwartet ein brandneues Programm – und sie werden Zeuge eines Live-Mitschnitts für das neue Album sein. „Die Musik erzählt Geschichten aus meinem Leben, Alltagsbeobachtungen; die Texte beschäftigen sich mit Religion, Intoleranz – und natürlich mit der Liebe“, sagt Kramer. „Und durch die Konzentration auf das Wesentliche wird die Seele der Songs freigelegt.“
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Einlass im Orpheus: 19.30 Uhr, Beginn 20.30 Uhr. Vorverkauf: Reisebüro am Nordermarkt, Restkarten an der Abendkasse.



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