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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 19:16 Uhr

Sörup : Krähennester fliegen von den Bäumen

vom

Vergrämungsaktion in Sörup mit Hubsteiger und Stangen. Wehrführer und Bauhof-Mitarbeiter im ehrenamtlichen Einsatz gegen die Plage.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 07:41 Uhr

Sörup | "Gute Reise", sagt Rainer Broge. Sein Bauhof-Kollege Thorsten Pohle und Gemeindewehrführer Günter Bonde danken für die Wünsche. Dann geht es aufwärts. Langsam bewegt sich die Plattform des Hubsteigers in die Höhe. Behutsam steuert Bonde die Plattform an den großen Ästen vorbei. Pohle bewundert die Wendigkeit des Geräts - eine wichtige Voraussetzung, um in etwa 30 Metern Höhe die Nester der Saatkrähen zu erreichen. Mit einer langen Stange versuchen die beiden, die noch leeren Krähennester zu lockern. Keine leichte Aufgabe in dieser Höhe, und Krähen sind zudem wahre Baumeister, die Nester so anlegen, dass sie schwere Stürme im Geäst überstehen.

Nachdem knapp zehn Nester aus der Baumkrone entfernt wurden, geht die Reise wieder abwärts - und der Hubsteiger wird zur nächsten Baumgruppe gefahren. Bonde und seine Mitstreiter vom Söruper Bauhof sind bereits Experten im "Ausstoßen" von Krähennestern. Alle anderen Vergrämungsaktionen seien gegen die "schlauen Gesellen" wirkungslos. Ob mit Knalleffekten oder Falkner - der Erfolg war gleich Null. Die vielen Krähennester im Dorfkern, besonders in den Linden an der Kirche und in der Schulstraße, wurden nicht weniger, sondern mehr. Bewohner fühlten sich belästigt vom Lärm und vom Kot, der unaufhörlich nach unten regnete. Erst, als die Naturschutzbehörde die Belästigung anerkannte, durften drastischere Maßnahmen eingeleitet werden. Die Plage durfte aber nicht durch Abschuss bekämpft werden, nur das Ausstoßen der Nester vor der Brutzeit wurde erlaubt.

Manchmal seien erste Nester am nächsten Tag aber wieder neu gebaut, stellt Bonde resignierend fest. Allerdings sei die Belastung erträglicher geworden. Die Anlieger dankten den Helfern mit Kaffee und Kuchen für den nicht ungefährlichen Job. Bürgermeister Friedrich Martens ist froh, dass durch den ehrenamtlichen Einsatz die Kosten überschaubar bleiben.

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