Flensburg : Kostenloser Strom-Check

Wer mit dem Strom sparsam umgeht, reduziert damit automatisch die Rechnung vom Versorger.
Wer mit dem Strom sparsam umgeht, reduziert damit automatisch die Rechnung vom Versorger.

Im Kreisgebiet gibt es Energieberatung für Haushalte mit geringem Einkommen.

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28. Januar 2018, 13:24 Uhr

Wer Geld sparen will, muss häufig zunächst einmal investieren – auch wenn es sich um die Stromkosten handelt. Die Kosten für eine persönliche Beratung hat der Kunde durch die Einsparungen zwar relativ schnell wieder drin, aber es gibt viele Haushalte, die dafür kein Geld vorstrecken können.

Das war der Grundgedanke hinter dem „Stromspar-Check kommunal“, der im Frühjahr vergangenen Jahres von der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Flensburg (bequa) auf Initiative und mit Förderung der 34 engagierten Gemeinden der Klimaschutzregion Flensburg gegründet wurde. Die Idee war ebenso einfach wie nachvollziehbar: Es gibt eine kostenlose Energieberatung für einkommensschwache Haushalte aus dem Kreisgebiet, im Arbeitslosengeld II-, Sozial oder Wohngeld-Bezug. Die ersten Erfahrungen deuten darauf hin, dass die Aktion erfolgreich ist, wie der bequa-Geschäftsführer Christoph Fels bilanziert: „Wir haben bisher mehr als 100 Haushalte besucht und beraten. Im Schnitt konnten die Kunden anschließend rund 140 Euro pro Jahr einsparen, die sie schlicht und einfach zusätzlich in der Tasche haben.“ Das Geld wird nicht auf Arbeitslosen-, Sozialhilfe oder Wohngeld angerechnet.

Die Aktion aber hat noch mehr Aspekte, wie Großenwiehes Bürgermeisterin Gudrun Carstensen deutlich macht, die für die 34 Gemeinden der Klimaschutzregion spricht: „Allein im ersten Jahr konnten wir durch die Beratungen in unseren Gemeinden 24 Tonnen CO2 einsparen.“

Auch der Kreis Schleswig-Flensburg unterstützt, wie Nils Wienke als Fachdienstleiter „Berufliche Eingliederung“ deutlich macht. Denn die Beratung wird von Menschen vorgenommen, die über den Kreis Leistungen beziehen. „Für sie werden sogenannte Arbeitsgelegenheiten geschaffen“, erklärte Wienke, „sie werden geschult und suchen die Kunden dann bei Bedarf auf. Auf diese Weise kommen sie unter Menschen und gewöhnen sie wieder an regelmäßige Tätigkeiten.“

Die Beratung ist kostenlos und freiwillig. Sie steht allem Haushalten mit geringem Einkommen zur Verfügung. Termine werden von der bequa unter der Hotline 9461/150 3335 oder über die Website www.bequa.de vergeben.

Die Berater weisen sich aus und schauen sich anschließend ausführlich in der Wohnung um. Gesucht werden „Stromfresser“. Alte Glühbirnen beispielsweise können gleich durch LED-Lampen ersetzt werden. Ähnliches gilt auch für Steckerleisten zum Abschalten, neue Duschköpfe mit Durchflussbegrenzer und anderes Kleingerät. Das wird wirklich, weil der Bund das Projekt finanziell fördert. Zudem gibt es noch viele nützliche Tipps zum Strom- und Geldsparen.

Mehr als 100 beratene Haushalte in einem Jahr – das halten alle beteiligten für ein gutes Ergebnis. Aber es gibt noch viel Bedarf wie Nils Wienke deutlich machte: „Zurzeit haben wir im, Kreisgebiet rund 2000 Bedarfsgemeinschaften. Und auch die neu angesiedelten Flüchtlingsfamilien muss man zu den potenziellen Kunden rechnen.“

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