zur Navigation springen

150 Jahre Flensburg-Weiche : Kostbarkeiten aus dem Schuhkarton

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum 150-jährigen Bestehen des Ortes fahndet der Chronik-Stammtisch in Weiche nach alten Fotos und anderen historischen Dokumenten.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 15:00 Uhr

Die Lage am historischen Ochsenweg prägte den Ort ebenso wie die Bahn, die ihm seinen Namen gab, und nach dem Krieg 40 Jahre die Soldaten. Weiche, heute stark wachsender Flensburger Stadtteil im Grünen, feiert im kommenden April seinen 150. Geburtstag.

Eine Gruppe von fünf engagierten Bürgern um Horst Otte von der Aktionsgemeinschaft gesunder Stadtteil Weiche arbeitet bereits seit zwei Jahren daran, für dieses besondere Jubiläum interessantes historisches Material des zuweilen unterschätzten Stadtteils zusammenzutragen: Neben Otte sind das Helmut Woywod, der nach Kriegsende lange Zeit im Lager Weiche gelebt hatte, Johannes Andresen, in den 40er Jahren in Weiche groß geworden ist und in einigen Historischen AGs engagiert, Siegfried Hoefer, 1946 in Weiche geboren, dessen Eltern Flüchtlinge aus Ostpreußen waren. Hoefer wohnte im letzten Haus am Alten Husumer Weg vor der Stadtgrenze, war aber im Kindergarten und Schule im Lager Weiche. Und schließlich Peter Krause. Der pensionierte Eisenbahner wohnt in der Bahnsiedlung am Holzkrugweg, früher als Ruhleben bekannt.

Um zum Jubiläum am 15. April möglichst viel ausdrucksstarkes Material zusammenzutragen – Berichte, Fotos, Negative oder Dias – lädt der Chronik-Stammtisch zu vier Abenden in die Heilandskapelle. Schließlich lassen sich gleich etliche Stationen der großen Geschichte im kleinen Stadtteil Weiche nachzeichnen: Die Bahn mit all ihren Verästellungen – zum Beispiel war Weiche nach der Abstimmung 1920 plötzlich Grenzbahnhof, die Flüchtlinge ab 1945 und die Flüchtlingslager oder die Bundeswehr, die 1955/56 kam und 1996 ging.

Beim ersten Termin am 30. Oktober soll es ab 18 Uhr um den Ochsenweg gehen. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Bürgern die Geschichte und die Entwicklung des Ortes zu dokumentieren“, sagt Otte. Warum der Ochsenweg das erste Thema sei? „Auch wenn man mit Weiche die Eisenbahn verbindet“, sagt Otte. „Der Stadtteil hätte sich nicht entwickelt, wenn es den Ochsenweg nicht gegeben hätte.“

Nun hofft der Chronik-Stammtisch auf die Weicher Bürger und ihre kleinen Kostbarkeiten aus dem Familienalbum oder sogar aus dem Schuhkarten. Damit niemand seine alte Fotos und historischen Dokumente aus der Hand geben muss, verspricht Otte: „Ich werde an den Abenden technische Ausstattung vor Ort haben.“

Für das Jubiläumsjahr denkt der Festausschuss auch über thematische Führungen im Stadtteil nach, nicht nur entlang von Ochsenweg, Bahngleisen und den früheren Kasernen: das ehemalige Gut Jägerslust, der Mückenwald, das Stiftungsland. „Wir haben ja einiges, das sehenswert ist“, erklärt Otte. Die Aktionsgemeinschaft plant auch einen Fotowettbewerb. Das erste Thema könnte Verkehr sein. Schließlich soll der Ort, der rund um den Ochsenweg und die Bahnlinie wuchs, einst Deutschlands größter Rangierbahnhof gewesen sein – mit allein vier Stellwerken.

Die weiteren Termine: 27. November, 18 Uhr: Eisenbahn; 12. Februar, 18 Uhr: Weiche östlich der Bahn; 12. März, 18 Uhr: Weiche westlich der Bahn


 

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert