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Steinbergkirche : Kornernte mit der Dampfmaschine

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Peter Hiss stellt in seinem Bauernmuseum in Gintoft ein restauriertes Mini-Modell aus.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2017 | 14:27 Uhr

Steinbergkirche | Das alljährliche Oldtimertreffen des rund 70 Mitglieder zählenden Oldiclubs ist ein Höhepunkt im Vereinsgeschehen. Und so soll es auch bei der 35. Veranstaltung dieser Art am Sonntag, 18. Juni, in den Gemeinden Steinberg und Steinbergkirche sein. Dann werden die Augen der Mitglieder angesichts ihrer alten „Lieblinge“ leuchten. Leuchtende Augen gab es schon jetzt, als der 81-jährige Peter Hiss in seinem kleinen Bauernmuseum in Gintoft, wie es seit Mitte der 80er-Jahre besteht, eine Miniatur-Dampfmaschine präsentierte und sie nach langer Zeit des Dornröschenschlafs zu neuem Leben erweckte. Angesagt war eine Einweihung, und da waren etliche Oldi-Neugierige zu ihrem Club-Kollegen gekommen, um seine Freude an dieser besonderen Art der Technik zu teilen und einen Blick in die Vergangenheit zu werfen.

Mit viel Akribie hat Peter Hiss, ein gebürtiger Kappelner und ehemaliger Lehrer, sein Museum, das ganz im Zeichen der Landwirtschaft steht, aufgebaut. Und mit der ihm eigenen Beharrlichkeit hat er auch besagtes Dampfmaschinen-Modell restauriert. Dabei handelt es sich um ein Mini-Elektrizitätswerk, von Hans Saalfrank – seines Zeichens Elektromaschinen-Baumeister in der Schleistadt – in den 1950/1960er-Jahren angefertigt. Sein Ziel, so Peter Hiss, war es, Berufsschülern Einblicke in die Dampfmaschinentechnik zu gewähren und so die Zusammenhänge dieser ehemaligen Elektrotechnik zu veranschaulichen. Eine solche Maschine bestand aus einem Kessel, einer Hochdruckkolbenpumpe, Transmission und Generator.

Die damalige Ortschaft Gintoft gehörte laut Hiss zu einem der fortschrittlichsten Dörfer Angelns. Neben der Meierei stand ein Dampfmaschinen-Werk, es wurden Stromleitungen verlegt. Das war vor mehr als hundert Jahren und bedeutete dank Dampfkraft eine erhebliche Erleichterung bei der Kornernte. Weil der Strom aber nicht für alle Landwirte gleichzeitig reichte, bedurfte es der Absprachen, wer wann dreschen wollte. Das war, so Peter Hiss, jedes Mal eine „hochernste Angelegenheit“. Da war es ein Unding, den Knecht zu schicken, um mitzuteilen, wann sein Bauer als Dienstherr zu dreschen gedenke. Dann hieß es: „Wenn dien Buer döschen will, dann mutt he sick persönlich vorstellen.“

Die Mini-Dampfmaschine von Hiss wird beim 35. Oldtimertreffen am Sonntag, 18. Juni, von 10 bis 16 Uhr an der Habernisser Schleuse zwar nicht zu sehen sein, dafür aber alte Schlepper und Landmaschinen, nostalgische Lastwagen, Autos und Motorräder. Zu alledem gehört auch ein Ersatzteilemarkt, und in einer Ausstellung geht es zudem „Rund um die Kartoffel“: vom Anbau, der Ernte, die Verarbeitung bis hin zum Genuss.

Wer das Modell darüber hinaus anschauen möchte, kann das während der Öffnungszeiten des Museums – bis zum 1. Oktober sonnabends von 10 bis
12 Uhr.


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