Glücksburg : Konzept für den „Kulturbahnhof“ steht

Der alte Bahnhof in Glücksburg soll zu einem Kulturzentrum ausgebaut werden – und neben der Bücherei auch das Repair-Café aufnehmen.
Der alte Bahnhof in Glücksburg soll zu einem Kulturzentrum ausgebaut werden – und neben der Bücherei auch das Repair-Café aufnehmen.

Die Glücksburger Stadtvertreter stimmen dem Entwurf der Arbeitsgruppe zu – unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit.

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14. Dezember 2017, 14:27 Uhr

Sie konnten sich nicht so recht freuen. Das halbe Dutzend Befürworter eines Kulturzentrums im Alten Bahnhof von Glücksburg nahm die Abstimmung der Stadtvertreter zurückhaltend auf: „Ein bisschen viele Konjunktive“, fasste es Hartmut Mahler von der AG Kulturbahnhof zusammen. Mitstreiterin Gaby Günther meinte, eine verbindliche Zusage der Stadt sei das nicht. Aber zumindest gehe es weiter. Auf ihrer letzten Sitzung des Jahres 2017 befürworteten die Stadtvertreter zwar grundsätzlich das von rund zehn ehrenamtlichen Bürgern erstellte Konzept zum Kulturbahnhof. Sie formulierten jedoch viele Einschränkungen und Vorbehalte.

Das 19-seitige Konzept der Arbeitsgruppe sieht vor, in dem historischen Gebäude von 1913 die Bücherei zu belassen. Diese soll zeitgemäß zur offenen Bücherei umgestaltet werden. Außerdem sollen das Repair-Café und Räume für kulturelle Veranstaltungen im Gebäude untergebracht werden. Das alles ohne großen Personalaufwand. Lediglich für die Leiterin der Bücherei sind fünf zusätzliche Wochenstunden vorgesehen.

Die Stadtvertreter stimmten diesem Konzept „unter Vorbehalt der Finanzierbarkeit“ zu. Weiter heißt es in dem Antrag, den drei Stadtvertreter ausgearbeitet hatten: „Die Stadtvertretung bewertet dieses Konzept als Entwurf“, der zu evaluieren, zu prüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten sei. Viel hänge davon ab, ob das Gebäude Alter Bahnhof „rechtlich und bautechnisch für die vorgesehene öffentliche Nutzung geeignet ist“.

Dies alles zu prüfen ist nun Aufgabe der Bürgermeisterin Kristina Franke. Sie teilte mit, bereits im Januar für Gespräche mit der Arbeitsgruppe zur Verfügung zu stehen. Sie könne sich vorstellen, einen Mittler aus den Reihen der Stadtvertreter zu benennen, der die Interessen von Stadt und Arbeitsgruppe zusammenführe, sagte Franke.

Bevor es für die Stadtvertreter zum gemeinsamen Grünkohl-Essen ging – die Herren mit Glücksburg-Krawatten aus einem alten Fundus – kam ein weiteres Glücksburger Dauerthema auf der SV-Sitzung zur Abstimmung. Der SSW hatte zum wiederholten Mal den Antrag gestellt, die Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Flensburg zum Jahresende zu kündigen. SSW-Fraktionsvorsitzender Marcus Dechange sieht in der jüngsten Zuteilung von Mitarbeitern des Glücksburger Rathauses in einzelne Fachbereiche der Stadt Flensburg einen weiteren „Schritt in Richtung Eingemeindung“. Er forderte die Kündigung des Vertrages, Gespräche mit dem Innenminister über eine selbständige Verwaltung sowie Kontakt mit dem Amt Langballig zwecks einer Verwaltungsgemeinschaft.

In einer gut halbstündigen Diskussion sprachen sich auch Politiker von Bündnis 90/Grüne für eine Kündigung aus. SPD und CDU waren mehrheitlich dagegen. Svend Colmorn (CDU) gab zu, dass das Verhältnis der Glücksburger Bürgermeisterin zu ihren Mitarbeitern kompliziert sei. Sie ist ihnen gegenüber nicht weisungsbefugt. „Aber das wird anders gelebt“, so Colmorn. Einen Grund zur Kündigung sah er deswegen nicht. Die Mehrheit der 18 anwesenden Stadtvertreter folgte seiner Meinung, der Antrag wurde abgelehnt.

Weiter wurde beschlossen: Tom Wanner (SPD) und Tatjana Hansen (CDU) sind neue Mitglieder im Sozial- und Kulturausschuss. Sie ersetzen Dieter Bohl (SPD) und Thomas Starke (CDU).

Die Tourismus-Abgabe (frühere Fremdenverkehrsabgabe) wurde leicht angepasst. Die Kurabgabe von 2,50 Euro/Tag bleibt. Die Abwassergebühr wird 2018 leicht erhöht – von 4,27 Euro auf 4,36 Euro pro Kubikmeter. Die Oberflächenwasser-Gebühr wird leicht gesenkt, von 0,38 Euro auf 0,33 Euro pro Quadratmeter.

Die Stadt erteilte außerdem ihre Zustimmung für die neusten Entwicklungen im Gebiet Schwennaustrand. Der Investor hatte sich vergangenes Wochenende mit Anwohnern geeinigt, die dort Aussichtsgerechtigkeit genießen. Er möchte ein Restaurant bauen.

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