City-Marketing : Kommt nun die "Flensburger Gilde"?

Kundenansturm: Vor drei Tagen gab es den letzten vom City-Marketing organisierten verkaufsoffenen Sonntag in der Flensburger Fußgängerzone. Foto: Dommasch
Kundenansturm: Vor drei Tagen gab es den letzten vom City-Marketing organisierten verkaufsoffenen Sonntag in der Flensburger Fußgängerzone. Foto: Dommasch

Die Flensburg City Marketing GmbH wird als Gesellschaft der IG Innenstadt zum Neujahr eingestampft. Wird nun eine "Flensburger Gilde" aus der Taufe gehoben?

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04. November 2009, 12:55 Uhr

Flensburg | Sonntagsshopping, Rosenmontagsumzug, Weihnachtsspiel, Parkgebührenrückerstattung, Baustellenmanagement - und letztlich auch Vermittler zwischen sechs IGs mit oftmals verschiedenen Intentionen. Die Flensburg City Marketing GmbH (FCM) war an vielen Fronten aktiv. Ab 2010 gibt es die Gesellschaft nicht mehr, City-Managerin Wiebke Stitz hängt ihren Job an den Nagel.

Es gibt Stimmen unter den Kaufleuten, die ganz unverblümt die (rhetorische) Frage in den Raum stellen, ob denn der Rücktritt des fünfköpfigen IG-Innenstadtvorstandes und das Ende des FCM etwa einen Ausdruck des Bedauerns oder gar einen Aufschrei der Empörung nach sich gezogen hätten.

Wer aber wird und kann die vielfältigen Aufgaben eines effizienten Stadtmarketings inklusive eines nachhaltigen Einigungsprozesses gegensätzlicher Interessen nun übernehmen?

Jens Drews, Vorsitzender der IG "Die Große", hat einen Gedanken ins Spiel gebracht, der reizvoll klingt. Er will eine "Flensburger Gilde" auf die Beine stellen - mit der Rechtsform eines Vereins oder einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft (UG).
"Wir machen weiter."
Drews wird wegen der "äußerst sensiblen Situation" wenig konkret, weiß aber zu berichten, dass "in Abwesenheit und Kenntnis" der IG Innenstadt die Interessengemeinschaften Lebendige Altstadt, Altstadt Süd, Die Große, Nordermarkt und Rote Straße ein vorläufiges Konzept entwickelt haben. "Jeder", versichert Drews, "hat seine Vorstellungen von einem derartigen Konstrukt eingebracht." Und man habe zu einer Einigung finden können - bis auf das Votum einer "momentan handlungsunfähigen IG Innenstadt". Doch die könne jederzeit ins Boot geholt werden, falls gewünscht. "Egal was passiert - wir machen weiter."

Beschlüsse sind bereits gefasst worden, wie die Durchführung zweier verkaufsoffener Sonntage am 2. Mai und 3. Oktober 2010, mit angegliederten Märkten. "Natürlich brauchen wir für die Zukunft jemanden für die professionelle Vermarktung", sagt Drews. Der Terminus Stadtmanager müsse jedoch nicht zwingend beibehalten werden.

Demokratie fußt auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, weiß der Kaufmann - und spricht damit die Mitgliedsbeiträge an, die im Minimalbereich angesiedelt werden sollen. Zwei Euro im Monat, die von einigen Unternehmen eingezahlt würden, seien allerdings entschieden zu wenig.

Ist die Gilde dann umso mehr auf den städtischen, derzeit blockierten Zuschuss von 60 000 Euro angewiesen? "Finanzielle Unterstützung seitens der Stadt ist uns nicht primär wichtig", sagt Drews und denkt eher an den Erlass von Sondernutzungsgebühren und eine Verlängerung des Einzelhandelsmoratoriums. Die Gilde will das abgebrochene Gespräch mit der Politik genauso suchen wie mit Vertretern von Scandinavian-, Förde- und Citti-Park, um einen Abstimmungsprozess in Gang zu setzen.

Derweil haben auf dem Holm ansässige Kaufleute letzte Woche beschlossen, die IG Innenstadt nicht aufzulösen. Rolf Meierrieks und Ulf Hansen wurden als kommissarischer Vorstand bestätigt.

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