Kollege Roboter baut Möbel

Ganz allein kann es der Roboter noch nicht: Automatische Plattensäge – Modell HPP 300 profinline – des Herstellers Holzma im Einsatz.
Ganz allein kann es der Roboter noch nicht: Automatische Plattensäge – Modell HPP 300 profinline – des Herstellers Holzma im Einsatz.

Baustoffhändler HBK Dethleffsen investiert in innovative „Helfer“ für Lagerung und Zuschnitt von Konstruktionsplatten

shz.de von
11. August 2015, 14:42 Uhr

Er ist ein sehr hilfreicher Roboter. Und mit der richtigen Unterstützung auch ein sehr kreativer Roboter, der seit kurzem bei HBK Dethleffsen eingesetzt wird. In einer 600 Quadratmeter großen klimatisierten Halle an der Schleswiger Straße verwaltet er automatisch ein umfangreiches Lager unterschiedlichster Konstruktionsplatten, bewegt mühelos zentnerschwere Materialien, errechnet und erledigt den Zuschnitt komplexer Konstruktionen in Holz. Das Flensburger Traditionsunternehmen von 1738 hat im vergangenen Jahr tief in die Taschen gegriffen und für über eine Million Euro zwei innovative Maschinen beschafft.

Niederlassungsleiter Arndt Tietgen ist begeistert von den neuen Maschinen. HBK Dethleffsen versteht sich seit jeher als Partner des Handwerks – und das Handwerk hat mit dem Zuschneideautomaten und dem zuvor beschafften automatischen Hobelmaschine Möglichkeiten, wie es sie wohl nirgendwo sonst an einem Standort im Lande gibt. Mit der neuen Zuschneidestraße schlugen die Flensburger zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Lagerverwaltung wurde automatisiert, der Zuschnitt optimiert. „Wir haben 30 Prozent weniger Verschnitt“, sagt Tietgen. „Und wir können größere Mengen verarbeiten. Theoretisch sind täglich 24 Tonnen drin.

Es geht dabei nicht nur um rechteckiges Ausschneiden. Mit der Anlage kann HBK dem Handwerk in kürzester Zeit auch aus unterschiedlichen Werkstoffplatten (HBK hält z.B. 50 verschiedene Beschichtungen vor) komplett vorkonfektionierte Elemente für Bau und Einrichtung fertigen. „Eine Planungsskizze genügt im Prinzip“, sagt Tietgen. HBK liefert nicht nur die fertigen Zuschnitte, sondern in der nachgelagerten CNC-Bearbeitung das Komplettpaket mit Nuten, Bohren, Fräsen. „Im Ergebnis ist das wirklich wie ein Ikea-Möbel“, sagt Tietgen, „nur individualisiert.“ Der Vorteil für die Handwerkspartner bestehe in erhöhter Flexibilität. Der rationelle Arbeitsablauf der HBK-Maschine schaffe Sicherheit bei der Kalkulation von Zeit und Kosten, sei unterstützend bei fehlenden eigenen Kapazitäten, erspare unrentable Eigenfertigung mit weniger leistungsfähigen Maschinen.

Im gleichen Rahmen sieht der Niederlassungsleiter das automatische Hobelwerk, das im Prinzip für Dielen und Hölzer jedes gewünschte Profil herstellen kann. 50 Profile hält HBK vor, bei Bedarf werden für Kundenwünsche passende Werkzeuge gebaut.

HBK sieht sich mit diesen Dienstleistungen in erster Linie als Partner des Handwerks. „95 Prozent dieses Geschäfts laufen über Weiterverarbeiter“, so Tietgen. Endkunden sind selbstverständlich ebenfalls gern gesehen. Sie zahlen aber einen andern Preis als die weiterverarbeitenden Betriebe, wirbt Tietgen um Verständnis.

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