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Theaterwerkstatt Pilkentafel : Körpergefühle und Medienwelten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Theaterwerkstatt Pilkentafel verbindet in ihrem neuen Stück zwei äußerst aktuelle Themenfelder junger Menschen.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2015 | 14:30 Uhr

Flensburg | Das erste, was man sieht, sind Füße. Sechs an der Zahl, sie bewegen sich, berühren sich, und sie werden dabei von Smartphones gefilmt. Die drei Schauspielerinnen, zu denen die sechs Füße gehören, sieht man gar nicht oder nur schemenhaft, denn sie sitzen hinter einer halbtransparenten Wand im Halbdunkel – eine Szene aus dem neuen Stück der Theaterwerkstatt Pilkentafel, das im doppelten Sinne absolut zeitgemäß und aktuell ist.

„Am eigenen Leib“ heißt es, und es geht darin um Fragen wie „Sollten sich Frauen die Beine rasieren oder nicht“, die die Drei tatsächlich Menschen auf der Straße gestellt haben. Nicht nur das Internet ist voll von Bildern junger Frauen, die von wem auch immer auf perfekt getrimmt wurden. Was bedeutet das für ganz normale junge Frauen, die vielleicht nicht perfekt sind?

Bele Wollesen, Lotta Bohde und Maren Seidel haben schon oft zusammen bei der Pilkentafel gespielt, zum Beispiel im letzten Jahr bei „Abiball“. Auch das neue Stück – Premiere ist am 17. September – fußt stark auf ihren eigenen Erfahrungen. Ja, sie spielen eigentlich sich selbst, geben sie freimütig zu. Sie wissen aus eigener Erfahrung, welche Erwartungen an die Biographie junger Menschen gestellt werden, wie man diese „gestaltet“, um erfolgreich zu sein oder nur um ein Stipendium zu bekommen.

Zweiter Aspekt des Stücks ist die Medienwirklichkeit in den sozialen Netzwerken, die zu einem großen Marktplatz der Eitelkeiten geworden sind. Sehr geschickt wird dies auf der Bühne umgesetzt. Elisabeth Bohde, die in dem Stück Regie führt, nennt das schmunzelnd einen „Digitalisierungssprung“ des kleinen Theaters am Hafen.

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