St.-Franziskus-Hospital : Königliche Station für Demenzkranke

St.-Franziskus-Hospital in Flensburg feiert das 25-jährige Jubiläum seiner Geriatrischen Klinik. Ministerpräsident Albig weiht die neue Station Silvia ein.

shz.de von
09. Januar 2015, 12:00 Uhr

Das St.-Franziskus-Hospital hatte gestern in doppelter Hinsicht Grund zum Feiern: Die Geriatrische Klinik am Malteser Krankenhaus beging ihr 25-jähriges Jubiläum und die „Station Silvia“ für Patienten, die an Demenz erkrankt sind, wurde eingeweiht. Und wie es sich für große Anlässe gehört, kamen auch prominente Gäste. Ministerpräsident Torsten Albig durchschnitt die rote Schleife höchstpersönlich und eröffnete damit offiziell die Station Silvia. Hier werden bereits seit Oktober Patienten betreut, die an Demenz erkrankt sind, aber aus anderen Gründen stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen.

„Jede Veränderung im Alltag stellt für diese Menschen eine enorme Herausforderung dar. Der Krankenhausaufenthalt verwirrt sie, denn die Abläufe sind anders als ihr gewohnter Tagesrhythmus, die Mahlzeiten werden im Bett eingenommen und die Menschen sind unbekannt“, erklärt Dr. Marie-Luise Strobach, Oberärztin der Klinik für Geriatrie. Ihrer Klinik ist die Station Silvia angeschlossen. Hier wird versucht, die Situation für Patienten mit Demenz so angemessen wie möglich zu gestalten. Der Unterschied fällt bereits auf den ersten Blick auf: An Stelle des üblichen grau-grünen Krankenhaus-Fußbodens findet sich hier Laminat in Holzoptik, die Beleuchtung ist heller und freundlicher und der Aufenthaltsraum mit gemütlichen Sofas und dekorativen Bildern erinnert an ein Wohnzimmer. Außerdem gibt es ausschließlich Ein- und Zweibettzimmer, in denen ein Farbkonzept eine bessere Wahrnehmung und Orientierung ermöglicht. Der Tagesablauf ist gleichmäßig gestaltet und es wird auf eine Kontinuität der Bezugspersonen geachtet.

Umgesetzt ist in dieser Station das sogenannte „Silviahemmet-Konzept“, das von der schwedischen Königin Silvia begründet wurde. Vor zwölf Jahren hat Klaus Deitmaring, Geschäftsführer der Malteser Norddeutschland, zum ersten Mal dieses Konzept in Stockholm besichtigt. „Mir war sofort klar: So etwas brauchen wir auch.“ Denn: In der Stadt Flensburg und in den umliegenden Kreisen leben insgesamt 8435 Menschen mit Demenz. Und durch den demographischen Wandel wird diese Zahl noch ansteigen. „Mit der neuen Station leistet Flensburg Pionierarbeit nördlich des Kanals, die in enger Zusammenarbeit mit der Silviahemmet-Stiftung in Schweden abläuft“, sagte Deitmaring.

Platz ist auf der Station Silvia für zehn Patienten. Die Nachfrage ist größer, aber die höheren Kosten werden nicht von der Krankenkasse getragen, wie Weil erklärt: „Um uns zu vergrößern, müssten der Gesetzgeber und die Krankenkassen die Bedeutung erst anerkennen.“

So wie es vor 25 Jahren geschah, als sich das Land Schleswig-Holstein entschied, die erste Geriatrische Klinik des Landes im St.-Franziskus-Hospital mit 20 Betten als Modellprojekt zu fördern. Heute stehen 102 Betten und 40 ambulante Behandlungsplätze zur Verfügung. Jährlich werden 2300 Patienten altersspezifisch behandelt. Landesregierung und Krankenkassen nahmen die Geriatrie als eigenständige medizinische Disziplin in den Krankenhausplan auf. Eine Erfolgsgeschichte, die Ministerpräsident Albig mit seinem Besuch würdigte.

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