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Flensburger Tageblatt

25. September 2017 | 13:44 Uhr

Likale Szene : Könige der kompakten Rockmusik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

King’s Landing sind ein Mehrgenerationen-Projekt, pflegen einen schnörkellosen Sound und spielen Himmelfahrt in Wallsbüll

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 09:04 Uhr

Die Flensburger Musikszene lebt! Dazu leistet auch der Musikerstammtisch seinen Anteil, der die vielen Musikbegeisterten vernetzt. In einer Serie stellen wir mehr oder weniger bekannte Bands vor, die in Flensburg und Umgebung in privaten Räumen für ihre Auftritte proben. Heute: King’s Landing.

 

An der Wand hängen ein Plakat von The Who und die berühmten Beatles-Fotos von „Let it be“. In jeder der vier Ecken klemmt ein großes, quaderförmiges Teil. Bassfallen. „Am Anfang ging es gar nicht hier drin, der Bass machte alles kaputt“, sagt Ronnie. Es ist heiß in dem kleinen Probenraum im Keller eines Hauses im Bahnhofsviertel. Für einen Besucher ist gerade noch Platz, und einen Barhocker gibt es auch. „Es wird laut“, warnt Bent Wolff, „Ohrstöpsel?“ Die Frage beantwortet sich von selbst, niemand hat welche dabei. Also los: „High and mighty“. Was für eine Nummer – der ganze Raum vibriert, flirrt und dehnt sich vor Spannung. Der wummernde Bass treibt den Song nach vorn, die Drums wissen vor Energie nicht wohin, die Gitarre setzt die Akzente. Ganz klar: Dieser Song ist so etwas wie das Herz von King’s Landing.

„Wir haben uns bei einer Rockmesse vor sechs oder sieben Jahren kennen gelernt,“ erzählt Bent Wolff, den man in Flensburg ungestraft eine Gitarrenlegende nennen darf. Er war der Carlos bei Spirit of Santana, er ist einer der Vier Gitarristen von Bandland. Am Anfang waren es nur Bent und Sänger Niklas Heitmann, ebenfalls ein Szene-Urgestein und die geborene Rampensau. „Wir können menschlich gut miteinander“, sagt Niklas. Über ein Jahr suchten die beiden nach einem Basser und einem Drummer, und schließlich fiel Bent ein, dass er da einen ganz talentierten Schüler hat. Ronnie Morten Ohlsen ist mit 22 der Jüngste bei King’s Landing, spielt aber den Bass wie ein Alter. Vierter in der Band ist Matthias, 45, ein versierter Drummer aus Schleswig.

King’s Landing ist ein Mehrgenerationenprojekt. Die vier Musiker liegen jeweils zehn Jahre auseinander: Ronnie 22, Niklas 31, Matthias 45 und Bent 51. Was sie verbindet, ist die gemeinsame Idee von guter Rockmusik. King’s Landing spielt einen äußerst kompakten, gleichzeitig transparenten Rock, der hart und melodiös ist und bei dem jeder Ton passt und keiner zu viel ist. Kein Solo wird endlos ausgewalzt, doch Bent schafft es, in wenigen Sekunden unglaubliche Dinge an seiner Gitarre anzustellen.

„Jeder bringt seine Ideen ein“, beschreibt der Gitarrist die Entstehung der meisten Nummern. „Manchmal bauen wir den Song auf einem Riff auf“, ergänzt Niklas, der die meisten Texte schreibt, alle auf Englisch. Live ist King’s Landing das nächste Mal beim Wallsbüll Open Air am Himmelfahrtstag zu hören.

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