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Flensburger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 10:07 Uhr

Reportage : Kochen bleibt hier Männersache

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Herren-Kochkurs der Volkshochschule Glücksburg feiert seinen 25. Geburtstag

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2015 | 08:45 Uhr

Flensburg | Wer einmal dabei ist, der bleibt. Nicht selten sogar für immer. „Bei uns wird immer nur dann ein Platz frei, wenn jemand beruflich bedingt wegziehen muss oder stirbt“, sagt Uwe Leple. Der 59-jährige Glücksburger muss es wissen, denn er gehört zu einem Quintett, das von Anfang an bei dem Männerkochkurs der Volkshochschule (VHS) Glücksburg dabei ist – seit 25 Jahren.

Damals sei er von der damaligen VHS-Vorsitzenden gebeten worden, einen Kurs anzubieten, berichtet Jürgen Sauermann. Der 73-Jährige gründete den Männerkochkurs zusammen mit Hans Hartmut Mahler, der wie Sauermann noch immer dazugehört. Schon bei dem ersten Treffen am 10. Januar 1990 lautete der Titel „Kochen – ein Spaß für Männer“.

Überhaupt hat sich seitdem wenig geändert. „Ich biete den Kurs jedes Jahr aufs Neue an, mit sechs Mittwochabend-Terminen zwischen November und März in der Schulküche der Grundschule Glücksburg“, sagt Sauermann. Und noch immer sind alle Ehefrauen und Partnerinnen zum gemeinsamen Essen eingeladen. „Dann können wir unseren Frauen stolz zeigen, was wir zubereitet haben, in dem Punkt unterscheiden wir uns von anderen Männer-Kochkursen“, sagt er. Und auch in einem anderen Punkt: Zu Beginn jedes Kurses verbringen die Teilnehmer mit ihren Frauen ein Wochenende auf Rømø – natürlich, um zu kochen.

„Wir sind einfach eine nette Gruppe, ich komme vor allem wegen der Gemeinschaft“, sagt Uwe Leple. Das sehen die übrigen 13 Männer genauso. Daher melden sich in der Regel alle zum Ende eines Kurses schon gleich für den nächsten an, auch wenn der erst in mehr als einem halben Jahr beginnt. „Deshalb ist das Männerkochen in jedem VHS-Kursbuch auch gleich als ausgebucht vermerkt“, sagt Sauermann schmunzelnd. „In der Vergangenheit hat es deshalb schon Nachfragen gegeben, wieso so selten jemand Neues in den Kurs rutscht.“

Daher führt Sauermann eine Warteliste. „Derzeit stehen zwei Männer darauf.“ In den vergangenen beiden Jahren stieß je ein neuer Teilnehmer zu dem Kurs, weil zwei andere verstorben sind. „Da das Männerkochen schon 1990 ausgebucht war, habe ich im darauffolgenden Jahr den Kurs zweimal angeboten“, sagt Sauermann. Der Aufwand sei für den damaligen Leiter der Grundschule Glücksburg aber zu groß gewesen. „Deshalb habe ich den zweiten Kurs nach einem Jahr wieder eingestampft.“

Für den ersten Kurs sei das aber nie infrage gekommen. „Dafür macht es zu viel Spaß.“ Und der ist den Teilnehmern anzusehen. Nach der Hälfte des Kochens trinkt die Gruppe gemeinsam „Folklore“, einen klaren Kurzen – nach dem sich die Kochgruppe auch benannt hat. „Wir müssen etwas trinken, damit beim nächsten Mal alle wiederkommen und damit wir das Essen vertragen“, sagt Harald Wentzel augenzwinkernd. Er gehört dem Kochkurs seit 22 Jahren an. Mindestens ebenso lange soll dieser weiterhin existieren, wenn es nach Sauermann geht. „25 Jahre machen wir noch.“ Rentner Wentzel ergänzt lachend: „Dann gibt es aber nur noch Grießbrei.“

 

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