Sturmschäden in Flensburg : Kleinholz und kein Ende

Und täglich knattern die Motorsägen: Christians Erbschaft beschäftigt das TBZ, hier Mitarbeiter Fred Doschke (47)  am Fliederbogen, noch einen Monat danach.
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Und täglich knattern die Motorsägen: Christians Erbschaft beschäftigt das TBZ, hier Mitarbeiter Fred Doschke (47) am Fliederbogen, noch einen Monat danach.

Noch immer kämpft Flensburgs Technisches Betriebszentrum mit einer kleinen Truppe gegen die großen Schäden des verheerenden Orkans vom 28. Oktober - und es ist gerade erst das Gröbste geschafft.

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29. November 2013, 08:15 Uhr

Eine Schätzung? Katrin Schaar kann keine Zahl greifen. Immens sind die Schäden, die Orkantief „Christian“ in Flensburgs Grün gefräst hat. Die Folgen werden die Stadt noch lange beschäftigen, prophezeit die stellvertretende Leiterin der Abteilung Grün und Forst im Technischen Betriebszentrum. Als Krankheitsvertretung des Flensburger Försters Jörn Hinze ist Schaar täglich in Parks, auf Spielplätzen und in den Waldgebieten mit kapitalen Sturmschäden konfrontiert – immerhin einem Monat danach.

In der Marienhölzung sind immerhin die Hauptwege wieder begehbar. Aus Flensburgs mit rund 200 ha größtem Waldgebiet hatte der Sturm Kleinholz gemacht, genau wie mit dem Naturschutzgebiet Twedter Feld, den Parks und den Spielplätzen. „In die Marienhölzung können wir jetzt die Eigenwerber zum Aufräumen schicken“, sagt Schaar. Ab nächster Woche ist dann das Twedter Feld dran. Schneller ging’s nicht, für die Waldgebiete stünden lediglich zwei gelernte Forstarbeiter zur Verfügung.

Das TBZ war schon einmal besser vorbereitet, um solchen Wetterereignissen zu begegnen. Die kostenbedingt dünne Personaldecke gibt aktuell gerade mal 20 Mitarbeiter her, die im Stadtgebiet unterwegs sind. Momentan liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der Beseitigung von kapitalen Schäden mit zwei eigens angemieteten Großsteigern, komplizierte Einsätze, die lange dauern können. „Wir sind immer noch dabei, die gröbsten Schäden zu beheben“, sagt Schaar. „Da bleibt noch vieles liegen.“

Die Kür wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Dann geht es um Fragestellungen, was mit den teilweise mächtigen Baumstümpfen geschieht, die üblicherweise aus Kostengründen nicht gefräst, sondern sich selbst überlassen werden. „Wollen wir das in den Parks?“ fragt Schaar. „Darüber wird man reden müssen.“ Zumal von einigen dieser Stümpfe auch Gefahren ausgehen. Insbesondere von denen, die sich noch nicht wieder gesenkt haben. „Da sind enorme Spannungen im Spiel“, sagt Schaar. Um solche Kandidaten sollte man besser einen großen Bogen machen. Schaar ist dankbar, dass sich ein Kollege vom Tiefbauamt um Straßen kümmert, die durch entwurzelte Bäume bis zu einem halben Meter (Stuhrsallee) angehoben wurden. Grundsätzlich wird auf das TBZ (mit dem gedeckelten Etat) im nächsten Jahr auch die Frage zurollen, wie es um Wiederaufforstung und Neugestaltung geht. „Es gibt einstmals schöne Ecken in der Stadt, die werden nie wieder so sein wie sie waren“, sagt die TBZ-Frau. „Die haben sich wie der Buchenhain am Ostseebad total verändert.“

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