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Schleswiger Straße in Flensburg : Kleines Manhattan über der Bahn?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Pläne für ein sechs- bis achtstöckiges Haus an der Schleswiger Straße löst Kontroverse im Planungsausschuss aus

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2017 | 06:39 Uhr

Für den einen ist es ein städtebaulicher Akzent, für den anderen ein „zweites Manhattan“. Die Frage, wie hoch man in Flensburg bauen darf, entzweit derzeit immer wieder die Gemüter. Diesmal geht es um eine Innenstadtlage: Ein Bauherr möchte auf der Fläche der früheren Aral-Tankstelle an der Schleswiger Straße zwei Häuser bauen, die jeweils einen vierstöckigen und einen siebenstöckigen Teil haben. Damit würde dieser Baukomplex alle anderen Gebäude in der näheren Umgebung überragen; die Rude-Hochhäuser hingegen mit ihren neun Geschossen sind schon ein paar hundert Meter entfernt.

„Natürlich können wir ein zweites Manhattan schaffen“, sagte SSW-Vertreter Edgar Möller im Umwelt- und Planungsausschuss, „aber das wollen wir nicht.“ Möller und sein Fraktionskollege Glenn Dierking äußerten die Befürchtung, dass man das neue Gebäude vom Carlisle-Park über dem Bahnhof werde sehen können. Park, Bahnhof und das Bauvorhaben liegen ziemlich genau in einer Flucht. Der städtische Chefplaner Peter Schroeders hingegen plädierte dafür, „gute Architektur auch zu zeigen“.

Keine Probleme mit der Idee, sechs- oder gar achtstöckig zu bauen, hatten SPD-Vertreter Axel Kohrt („Der Stadtteil Rude braucht mehr Menschen“) und Grünen-Ratsherr Stefan Thomsen („Warum soll man hier nicht in die Höhe gehen?“). Und Gerd Christophersen (Die Linke) vertrat den Standpunkt, dass Wohnen wichtiger sei als das Stadtbild. Der Bauherr plant bislang bis zu 27 Wohnungen in beiden Baukörpern, in denen auch eine gewerbliche Nutzung möglich sein wird, vermutlich im Erdgeschoss. Direkt gegenüber gibt es einen Reifenhändler und ein Geschäft für Tierbedarf.

Die Tankstelle ist schon im Jahr 2015 abgerissen worden. Seitdem ist auf dem Grundstück Schleswiger Straße 45 nichts passiert. Das geplante Wohnungsbauprojekt „täte der Ecke sehr gut“, so Schroeders. Das sei „eine Konversionsfläche, die mir sehr gut gefällt“. Damit könne man den Wohnstandort Schleswiger Straße stärken und stabilisieren.

Eine ganz andere Nutzung für das Grundstück brachte WiF-Ratsherr Marc Paysen ins Gespräch. In Zusammenhang mit der Aufwertung des Bahnhofs können man über eine Nutzung durch ein Parkhaus oder einen Parkplatz nachdenken. Parkplätze sind in Bahnhofsnähe meist Mangelware. Doch die plane man näher am Bahnhof, so Schroeders: „Da sind wir auf einem guten Weg.“

Am Ende gab es eine deutliche Mehrheit für den Antrag, an der Schleswiger Straße einen Bebauungsplan aufzustellen. Genauere Pläne oder Ansichten liegen noch nicht vor. Auseinandersetzungen um große Bauhöhen gab es zuletzt unter anderem in Tarup (Ex-Edeka-Markt), in Tarup-Südost (Wohnpark Tarup), an der Osterallee und in Mürwik (Alte Gärtnerei).

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