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Kurzfilmtage Flensburg : Kleines Festival mit großem Herzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

2400 Gäste und 32 anwesende Filmemacher waren bei den 15. Kurzfilmtagen. Das nächste Ziel der Macher ist Kopenhagen.

shz.de von
erstellt am 22.Nov.2015 | 18:24 Uhr

Flensburg | Genau genommen war Jakob Schmidt am Sonnabend schon wieder auf dem Heimweg nach Berlin, als den Filmemacher ein Anruf aus dem Festivalbüro der Flensburger Kurzfilmtage erreichte: ob er nicht doch noch etwas Zeit für Flensburg hätte? Wenige Stunden später dufte sich der junge Regisseur für seinen 30-Minüter „Gewitterzellen“ von den Zuschauern bei der Preisverleihung der 15. Flensburger Kurzfilmtage feiern lassen. „Also, ich bin wirklich überwältigt“, brach es aus Schmidt heraus, als die erste Überraschung gewichen war. Zwei Jahre, verriet Schmidt, habe er daran gearbeitet: Er verriet nicht, wie es ihm gelungen war, bekannte Fernsehschauspieler wie Jenny Schily zu gewinnen – später bei der Abschlussfeier in der Imaginebar war zu hören, dass er Schily mit handschriftlich verfassten Briefen dazu gewonnen hatte, die Rolle der Mutter Charlotte zu übernehmen, die nach 17 Jahren mit ihrem einst verlassenen Baby konfrontiert wird.

Mehr als 2400 Besucher zählte das kleine, aber feine Festival bei seiner 15. Auflage – damit waren fast alle Programme ausverkauft. Mit dem Sonderprogramm Trash Night probierten Festivalleiter Karsten Wiesel und sein Team die Imagine-Bar als Kino-Setting aus. Rund 800 Filme waren für die neun Wettbewerbsprogramme eingereicht worden – 49 davon waren seit Mittwochabend im Programm. Dass Flensburg für die Filmschaffenden zunehmend eine Reise wert ist, zeigt folgende Zahl: Allein 32 der 49 Filmschaffenden wollten im Kino „51 Stufen“ dabei sein, wenn ihre Streifen gezeigt wurden. Es sei schon großartig, dass so viele Filmemacher in eine der schönsten Städte Europas kommen, übertrieb Moderator Jim Lacy. E r darf das – schließlich ist der Texaner, der im Hamburg Animations- und Werbefilme macht, in Flensburg mit seinem grünen Klappfahrrad selbst ein nur ein Besucher.

Jurymitglied Katrin Küchler, zu Hause in Dresden Leiterin eines der großen internationalen Kurzfilmfestivals, zeigte sich von der Stimmung in Flensburg sehr angetan: Das ist schon einzigartig – ein kleines Festival mit einem großen Herzen.“ Auch der Regisseur von „90 Grad Nord“, Detsky Graffam, bezeichnete es als große Ehre, hier ausgezeichnet worden zu sein. Und Moderator Lacy mutmaßte: „Wer seinen Film gesehen hat, wird nicht mehr so einfach über eine Verkehrsinsel gehen können.“

Unterdessen entwickeln sich die Flensburger Kurzfilmtage nach 15 Jahren weiter, wie Karsten Wiesel freudig, aber leicht ermüdet bei der Abschlussfeier erzählte. Im März sollen Beiträge aus dem Flensburger Programm erstmals auf dem Filmfest in Kopenhagen laufen.

Alle Preisträger-Filme werden noch einmal in einem Extraprogramm als Zugabe am Sonntag, 29.11. um 14 Uhr im Kino 51 Stufen gezeigt. Einen Tag vorher ebenfalls ab 14 Uhr wird das beliebte Animationsfilmprogramm „tricky“ noch einmal wiederholt.

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