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Markt der Kulturen : Kleine Reise um die ganze Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Markt der Kulturen im Schifffahrtsmuseum ist eine Premiere – neun Aussteller präsentieren heute und morgen Kunsthandwerk mehrerer Kontinente.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2015 | 08:30 Uhr

Flensburg | Ein Hauch von Kardamom, Minze und andere exotische Düfte machen schon beim Eintritt deutlich, wo die Reise im Schifffahrtsmuseum hingeht: mindestens einmal um die Welt. Auch das Museumscafé am Eingang hat an diesem Wochenende sein Menu an den Markt der Kulturen angepasst. Couscous, Maiscrêpes mit Feigen oder Auberginencreme, orientalischer Käsekuchen, Baklava und marokkanischer Minztee, zählt Museumsleiter Thomas Overdick auf und lässt beim Zuhörer das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Wer es über das Café hinaus in die obere Etage des Museums schafft, sieht noch bunter. Neun Aussteller offerieren Produkte, Kunst und Kunsthandwerk aus Afrika, Asien und Mittelamerika – und Geschichten dazu wie aus tausendundeiner Nacht. Federleichter und sieben mal lackierter Schmuck aus Pappmaschee aus Usbekistan lässt staunen ebenso wie die schönen südafrikanischen Schalen aus Telefondraht, den nur Männerhand in diese Form zwingen kann. Es gibt Kissen, alte Stoffe und meterlange Haarbänder aus Guatemala, farbenprächtige Stoffe aus Ghana und dem Senegal, Kunstvolles aus Papier und Baumwolle aus Indien.

„Faire Produktionsbedingungen und hohe Qualität“ zeichnen die Waren aus, betont Overdick. Garant dafür ist auch der Verein Kunst und Kultur der Völker e. V., deren Vorstandsvorsitzende Susann-Katrin Salama-Arp gemeinsam mit ihrem Mann Syedhom Salama den ersten Flensburger Markt der Kulturen mitorganisiert hat. Beide bieten gleich links neben der Treppe im Museum unter anderem Lampen aus Leder und Messing, schicke Keramik und fein gehämmerte Tabletts an. Die Waren kommen aus Familienbetrieben und – wie auch die Eltern von Syedhom Salama – aus Marokko und Ägypten. Syedhom Salama stammt aus einer Töpferfamilie und bezeichnet sich selbst als Künstler. Eloquent und gewitzt ergänzt er bloße Produktinformationen um Hintergründe. Er erläutert beispielsweise, wie die marokkanischen erdfarbenen Tajine, die ein bisschen wie ein kantiger Kreisel aussehen, zum Kochen genutzt werden, nämlich mit wenigen Eier-Briketts und Sand, der als Wärmespeicher für schonendes und fettfreies Garen von Gemüse etwa sorgt. Mit seiner Frau Susann-Katrin Salama-Arp lebt Salama mehrere Monate im Jahr in seinen Heimaten Ägypten und Marokko, auch um Waren einzukaufen. Während das Kunsthandwerk in Ägypten im Niedergang zu sein scheint, blühe es in Marokko, beobachtet Salama-Arp, führt das auch auf die unterschiedlichen politischen Situationen in beiden Ländern zurück und auf die marokkanischen Schulen für Kunsthandwerker. Seitdem das Paar mit seinem Stand im vorigen Sommer beim afro-karibischen Hoffest des Schifffahrtsmuseums vertreten war, sei ihm Flensburg im Hinterkopf geblieben, erinnert sich Susann-Katrin Salama-Arp.

Die Idee, einen solchen Markt der Kulturen aufzulegen, sei aus eben jenem Hoffest im Sommer hervorgegangen und habe damit zu tun, dass sämtliche „Seefahrt vom globalen Handel handelt“, erläutert Thomas Overdick. Sollte die Premiere jetzt glücken, werde der Markt der Kulturen als „kleine Schwester vom Hoffest“ im Wechsel damit alle zwei Jahre stattfinden, kündigt der Museumschef an. Schon der erste Tag gestern der dreitägigen Veranstaltung war gut besucht. Heute und morgen lockt zudem ein kleines Begleitprogramm: Um 13 und 15 Uhr erklingen etwa Musik aus dem Senegal beziehungsweise Südamerika (siehe Infokasten), und um 14 Uhr „droht“ Tee-Experte Rainer Schmidt von der Hanse Teehandels-Gesellschaft an, keinen der Teilnehmer an der Verkostung in die Freiheit zu entlassen, der nicht von sämtlichen seiner Teesorten probiert hat. Und auch die führen einmal um den Globus – von Jasmintee in Perlen aus China bis zum frisch eingeflogenen Darjeeling aus Indien.

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