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Schifffahrtsmuseum : Kleine Kunstwerke aus Karton

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Schifffahrtsmuseum findet am Wochenende ein Treffen von Modellbauern statt. Wer will, darf auch selber basteln.

Ausschneiden, Knicken, Rollen, Kleben – wenn Karl Nielsen und seine Freunde ihrem Hobby nachgehen, entstehen aus bedrucktem Pappkarton filigrane Kunstwerke. Die „Kartonmodellbaugruppe zwischen den Meeren“ trifft sich einmal im Monat im Flensburger Schifffahrtsmuseum, um eindimensionalen Kartonagen in Gestalt von dreidimensionalen Schiffen und Gebäuden Leben einzuhauchen.

Besonders stolz ist Nielsen auf ein Modell des Flensburger Salondampfers „Alexandra“, das der Hamburger Modellbaubogen-Verlag erst auf Initiative der Gruppe veröffentlicht hat. Wer das nur etwa 14 Zentimeter lange Modell aus der Nähe betrachtet, erkennt winzige Takelagen, eine Ankerwinde und hinter die Fenster eingespannte Folien.

„Wir machen das alle aus Spaß und Liebhaberei“, erklärt Karl Nielsen. Diese Faszination, die der Kartonmodellbau auf die Gruppe ausübt, möchte sie gern anderen vermitteln. Einmal im Jahr gibt es deshalb im Frühjahr einen Aktionstag im Schiffahrtsmuseum. Aber das hat den Modellbauern nicht gereicht: „Wir wollen die Publikumsveranstaltung diesmal mit einem fachlichen Austausch kombinieren“, sagt Nielsen. Deshalb findet am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 17 Uhr ein zweitägiges Treffen statt. Neben den 20 Aktiven aus Flensburg werden weitere 35 Enthusiasten aus Schleswig-Holstein, Hannover und Berlin erwartet. „Gäste aus München oder vom Bodensee konnten wir leider noch nicht anlocken“, sagt Nielsen bedauernd, „aber das hier soll ja keine einmalige Veranstaltung bleiben.“

Wer sich im Modellbau bereits auskennt, dem werden an diesem Wochenende zahlreiche Anregungen in Form von Fachvorträgen geboten. Da wird gezeigt, welche Knoten sich für die Takelage eignen, auf welche Weise die runde Form eines Mastes gelingt oder mit welchem Trick das Wasser für ein sogenanntes „Diorama“, also eine Art Modellbau-Landschaft, natürlich aussieht.

Zuschauen und selber basteln

Weil beim kleinteiligen Modellbau oft schon die zweite Reihe nicht mehr sieht, was auf der Bühne passiert, werden die Präsentationen per Beamer auf eine große Leinwand übertragen. Diese Vorträge sind für interessierte Besucher ebenso offen wie die Ausstellung des Hamburger Modellbaubogen-Verlags oder die Demonstrationen der Modellbaugruppe zwischen den Meeren. Wer will, darf sich auch einmal selber im Ausschneiden, Knicken und Kleiben versuchen. Schließlich ist beim Modellbau vom einfachen Haus, das auch ein Kleinkind bauen könnte, bis zu hochkomplexen Modellen wie dem der „Alexandra“ alles möglich.

Und die Modellbauer freuen sich darüber, bei ihrer Arbeit gestört zu werden, denn „wir beantworten gerne alle Fragen. Schließlich ist es das Ziel, andere Menschen für unser Hobby zu begeistern.“ Welchen Satz er am häufigsten zu hören bekommen wird, weiß Karl Nielsen schon jetzt: „Von fast jedem Mann kommt der Satz ,Das habe ich früher auch schon einmal gemacht’.“

Das Treffen der Kartonmodellbauer findet am 1. und 2. November jeweils von 10 bis 17 Uhr im Schifffahrtsmuseum statt. Der Eintritt entspricht dem regulären Museumseintritt von 6 Euro pro Erwachsenem. Kinder unter 18 Jahren sind frei.

 

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erstellt am 29.Okt.2014 | 19:45 Uhr

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