zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

17. August 2017 | 20:13 Uhr

Mittelangeln : Kleine Kicker – große Hilfe

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Familie des behinderten Jeppe braucht ein spezielles Auto.

Mittelangeln | Auf dem Arm seines Vaters freut sich der kleine Jeppe, dass es unten auf dem Spielfeld der Satruper Sporthalle laut zu geht. Da unten wird um jeden Ball gekämpft. Die acht und neun Jahre alten Jungs und Mädchen sind Teilnehmer des F-Jugend-Hallenfußballturniers der Spielgemeinschaft Satrup-Großsolt. Ein Traditionsturnier, das seit vielen Jahren ausgetragen wird, um den jungen Fußballern auch in den Wintermonaten Gelegenheit zum Spielen zu geben, sagt Kai Wichmann, der das Turnier organisiert.

Insgesamt haben sich zwölf Mannschaften mit jungen Kickern für das Turnier angemeldet. Sieger werden bei diesem Turnier nicht ermittelt, die Teilnahme und die Freude am Spiel stehen hier im Vordergrund. Statt eines Pokals für die besten Mannschaft gibt es zum Abschluss für jeden Spieler eine Medaille.

Erstmals wurde dieses Turnier als Benefiz-Veranstaltung organisiert. „Wir haben in der Zeitung vom Schicksal des kleinen Jeppe gelesen. Und da sein Bruder Jonah in der F  3 der SG Satrup-Großsolt spielt, war es für uns selbstverständlich zu helfen“, so Kai Wichmann.

Jeppe ist vier Jahre alt und mehrfach behindert. Seine Mutter Anika Wölffel erklärt, dass er während der Geburt einen schweren Hirnschaden wegen Sauerstoffmangel erlitt. Epilepsie, Schlafstörungen und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit sind einige der Folgen. Er wird über eine Sonde ernährt, für den Geschmack gibt es manchmal eine Löffelspitze Joghurt, erklärt Papa Björn Wölffel. „Aber er ist fröhlich und lacht viel“, fügt der Handwerker Wölffel hinzu. Und bei all dem Geben „kommt etwas wieder“. Was die Familie zurzeit dringend braucht, ist ein Auto mit einem Rampensystem – damit der Junge und seine Karre, auf die er angewiesen ist, transportiert werden können.

Aufmerksame Zuschauer auf der Tribüne waren Martina Morf und Berit Casper aus dem Vorstand der Just-Hansen-Stiftung. Diese Stiftung unterstützt in Flensburg und Umgebung Kinder, die aufgrund ihres körperlichen, seelischen und geistigen Zustand hilfsbedürftig sind.

Derzeit ist die Stiftung besonders auf Spenden angewiesen, da aus dem Stiftungskapital aufgrund der niedrigen Zinsen kaum Erträge fließen. Im Jahr stehen etwa 10  000 Euro an Hilfsgelder zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund übersteigt der Wunsch der Familie Wölffel nach einem größeren Auto, um den Rollstuhl für den behinderten Jeppe mitnehmen zu können, die Möglichkeiten der Stiftung. Daher sind Spenden besonders wichtig, und das Benefiz-Hallenfußballturnier in Satrup ist zumindest ein kleiner Beitrag auf dem Weg zu einem etwas weniger komplizierten Familienleben.

Am Ende des Turniers konnte der Spendentopf aus Satrup um mehr als 1000 Euro aufgefüllt werden. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu dem benötigten Fahrzeug für die Stiftung, für Jeppe und seine Familie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen