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Flensburger Tageblatt

23. August 2017 | 08:51 Uhr

Kleine Filme auf der großen Leinwand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die 14. Kurzfilmtage sind eröffnet / Bei der Feier sahen Organisatoren, Juroren und Gäste eine erste Kostprobe / Insgesamt gibt es 89 Kurzfilme

Eine Revolution der Eier-Industrie in Form von quadratischen Hühnern; Seehunde, die das Fischsterben besingen oder Pfandsammler und Müllmänner, die sich einen actiongeladenen Kampf um eine leere Flasche liefern. So lustig und verrückt die Ideen der Filmemacher bei den 14. Flensburger Kurzfilmtagen auch klingen, so zielsicher regten sie ihr Publikum am Eröffnungsabend zum Nachdenken an – und das in nur maximal vier Minuten pro Film.

„Es ist die Geschichte, die einen guten Kurzfilm ausmacht“ – da sind sich die drei Juroren Bernd-Günther Nahm von der Kultrellen Filmförderung Schleswig-Holstein, Insa Wiese von der internationalen Kurzfilmwoche in Regensburg und die Flensburger Kulturschaffende Katrine Hoop einig. Sie stehen beim Empfang in der Imagine Bar, vor sich die schwere Aufgabe, aus über 50 Kurzfilmen, die miteinander im Wettbewerb um den besten Kurzfilm in deutscher und dänischer Sprache stehen, den Sieger zu ermitteln. „Wenn die Geschichte nicht stimmt, dann ist alles andere nur eine Übung“, meint Nahm. Der Erfolg eines Festivals dagegen hänge davon ab, ob die Organisatoren mit Herzblut dabei sind. „Ein Festival kann man nicht verwalten – das muss man beleben.“ Und hier würden die Menschen, die hinter dem Flensburger Kurzfilmfestival stehen, einen super Job machen.

Wie erfolgreich das Festival ist, zeigen die Jahr für Jahr steigenden Publikums- und Einsendezahlen – in diesem Jahr waren es 7000 eingeschickte Filme – und die Länge der Filmtage. „Angefangen haben wir mit drei Tagen“, erzählt Festival-Managerin Maja Petersen, „mit der Zugabe am übernächsten Wochenende sind wir mittlerweile bei sieben Tagen.“ Fördervereins-Vorsitzender Thomas Dethleffsen fasst zusammen: „Wir freuen uns auf die längsten Kurzfilmtage aller Zeiten.“ Denn wenn dieses Festival wachsen will, dann geht das nur über die Länge. Zumindest wenn das Festival im Deutschen Haus bleiben will, denn hier ist man auf einen Kinosaal mit 120 Plätzen beschränkt und kann keine Filme gleichzeitig zeigen. „Das hat aber auch den Vorteil, dass alle Zuschauer die Möglichkeit haben, alle Filme anzusehen“, sagt Petersen.

Zusammen mit den Sonderprogrammen, die außerhalb der Wettbewerbe laufen, gibt es 89 Kurzfilme zu sehen. Dabei sollte für jeden etwas dabei sein, von lustig bis traurig, vom Trick- bis zum Dokumentarfilm. „Am besten finde ich es, wenn mehrere Filme das selbe Thema behandeln, das aber auf ganz unterschiedliche Weise erzählen“, sagt Festivalleiter Karsten Wiesel, „es kommt der Realität viel näher, wenn man mit vielen Augen auf die Welt schaut.“ Für ihn ist deshalb die Zusammenstellung der Filme besonders wichtig: „Wir verbringen sehr viel Zeit damit, zu überlegen, was zusammenpasst.“

Und was macht jetzt eigentlich einen Kurzfilm aus – außer, dass er kurz ist? Dieser Frage versuchte sich Professor Charlotte Gaitanides, Vizepräsidentin der Uni Flensburg, in ihrer Rede zu nähern. Schließlich sind Universität und Fachhochschule den Kurzfilmtagen eng verbunden: „Kurzfilme definieren sich nur durch ihre Nichtlänge. Dabei lobt man das Kleine häufig, indem man sagt, dass es noch groß werden kann.“ Damit würde man dem Kurzfilm allerdings unrecht tun: Er sei eine eigenständige Kunstform, die einen konstruktiven, freien und selbstbestimmten Blick auf die Welt zeige. Oder wie es Staatssekretär Eberhard Schmidt-Elsaeßer ausdrückte: „Der Kurzfilm sollte nicht auf Festivals beschränkt werden, sondern auch im Kino und Fernsehen einer breiten Masse zugänglich gemacht werden.“

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erstellt am 13.Nov.2014 | 16:16 Uhr

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