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DRK hilft : Kleiderstube wird zur Anlaufstelle

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In der Einrichtung in Steinbergkirche decken sich in erster Linie Flüchtlinge ein. Zum Frühlingserwachen wird leichtere Bekleidung benötigt.

Jeden Montag hat das zehnköpfige Kleiderstuben-Team des DRK-Ortsvereins Steinberg mit Anne Brüggemann an der Spitze im Sportlerheim in Steinbergkirche alle Hände voll zu tun. Da gilt es ab 15 Uhr, das zu sortieren, was an Bekleidung, Schuhen, Handtüchern und Bettwäsche abgegeben wurde. Ab 16 Uhr kommen dann diejenigen, die das Angebot der Kleiderstube in Anspruch nehmen. Die Einrichtung ist offen für jedermann, doch in erster Linie kommen derzeit im Amt Geltinger Bucht lebende Flüchtlinge, so wie der elfjährige Abadel Rahmann mit seinem Vater Filas. Sie leben in Sterup und sind froh, dass es die Kleiderstube gibt. Was sie sich vor allem aussuchen, ist warme Kleidung wie Pullover und Jacken. Die DRK-Damen helfen ihnen bei der Anprobe. Vater und Sohn stammen aus Syrien wie auch Syren und Emad. Die beiden jungen Männer wohnen in Nübelfeld und schauen immer mal wieder rein, auf der Suche nach „etwas Sportlichem“.

Im Juni des vergangenen Jahres hat der seit 1950 bestehende DRK-Ortsverein im Sportlerheim seine Kleiderstube eröffnet. Dabei handelt es sich um eine Reaktivierung. Denn eine Kleiderkammer, so Vorsitzende Bärbel Müller, gibt es in Steinbergkirche mit Unterbrechungen seit 1983. Zunächst war sie in der Grundschule, dann in der Bredegatter Straße untergebracht – dann wieder in der Grundschule. 1996 schloss die Kleiderkammer ihre Pforten, weil der Raum für die „betreute Grundschule“ benötigt wurde.

„Man kann sagen, dass das, was sich im Großen ereignete, auch immer unsere Kleiderkammer gestreift hat“, erinnert sich die 86-jährige Christa Lempelius, engagiertes Mitglied des DRK. „So war sie besonders 1989 nach dem Mauerfall gefragt. Auch für Estland wurden viele Pakete gepackt und mit Lastwagen in Kinderheime, Waisenhäuser, Altenheime und ein Frauengefängnis gebracht.“

Zu dem, was sich im „Großen ereignet“, gehört auch die derzeitige Situation mit der wachsenden Zahl an Flüchtlingen. Zwar ist der im Sportlerheim zur Verfügung stehende Raum für die Kleiderstube nicht sehr groß. „Aber“, so DRK-Vorsitzende Bärbel Müller, es sei „besser als nichts“. Und die Nachfrage zeige, dass Kleiderstube notwendig sei: 20 bis 30 Besucher jeden Montag sprächen eine deutliche Sprache. Jene zwei Euro, die die DRK-Damen pro Sack Kleidung kassieren, werden für Zukäufe wie Unterwäsche verwendet.

Längst ist die Kleiderstube zu einer Anlaufstelle für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, geworden – alle vier Wochen montags gibt es parallel zur Kleiderausgabe von 16 bis 18 Uhr gleich nebenan die „Begegnung der Kulturen“ - ein Café der besonderen Art.

Noch ist es warme Kleidung, die nachgefragt wird. Doch in absehbarer Zeit wird auch in der Kleiderstube der Frühling Einzug halten, dann ist leichtere Bekleidung gefragt. Vor dem Hintergrund, dass seit Anfang des Jahres in Flüchtlingsfamilien drei Kinder geboren wurden, wird derzeit dringend Erstlings-Babykleidung benötigt.


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