WiF : "Klarschiff" als Spaßbremse am Hafen?

Die WiF befürchtet, dass nach dem Abriss des Kailagerschuppens ein Quartier für eine exklusive Kundschaft entsteht. Foto: Dommasch
Die WiF befürchtet, dass nach dem Abriss des Kailagerschuppens ein Quartier für eine exklusive Kundschaft entsteht. Foto: Dommasch

Die WiF-Ratsfraktion ist empört. Die Nutzung im geplanten Gebäude "Klarschiff" sei klammheimlich zum Schwerpunkt Wohnen verschoben worden.

shz.de von
19. Mai 2009, 12:30 Uhr

Flensburg | Das könne Konsequenzen haben für Gewerbe und Gastronomie. Stadt und Investoren dementieren. Dass die WiF und das auf dem Grundstück des ehemaligen Kailagerschuppens geplante Projekt "Klarschiff" ein Herz und eine Seele sind, kann gewiss niemand behaupten. Der umstrittene Abriss und die Überplanung des Grundstücks am Har niskai - erst als Hotelstandort, danach als kleinere Lösung für Büros, Wohnen und Gewerbe - ist Teil der Identität des WiF-Projektes.

Jetzt droht neues Ungemach. Die WiF spricht von ungenehmigten Planänderungen, Aushebelung der zuständigen Gremien - Stadt und Investor lediglich von geänderten Plänen. Das ist ein Unterschied. Nach Darstellung der WiF in einer Pressemitteilung hat Investor Hermann Höft das Objekt "klammheimlich" in ein reinrassiges Wohnhaus verwandelt. Mit fatalen Auswirkungen auf Gewerbe und Gesellschaft am Hafen, fürchtet die Fraktion. Nach Darstellung des Fachbereichs Umwelt und Planen bewegt sich freilich alles innerhalb der Baugenehmigung, und auch Architekt Laust Lorenzen wundert sich über die Aufregung. "Wir bewegen uns voll und ganz im Bereich des Baubescheids. Und der eröffnet uns zwei Optionen: Büros und Wohnen, aber auch nur Wohnen."
Hafenflair - ade
Passiert ist nach Darstellung der WiF Folgendes: Statt drei Wohnungen unter dem Dach des viergeschossigen Objektes sollen jetzt 13 Wohnungen zwischen 132 und 298 Quadratmetern entstehen - das sei gleichbedeutend mit der kompletten Umwandlung des eigentlich genehmigten Büro- und Wohngebäudes in ein reines Wohnhaus. Ohne dass ein neuer Bauantrag gestellt werden musste - "eine absolut inakzeptable Situation!", sagt Marc Paysen. Er befürchtet, "Klarschiff" werde auf den Charakter des Hafengebietes negative Auswirkungen haben. "Aus dem reinen Mischgebiet wird früher oder später ein reines Wohngebiet mit dem gesetzlichen, das heißt einklagbaren Schutz vor Geruchs- und Geräuschemissionen. Hafenflair - ade." Also keine Hafenfeste mehr, keine Flaniermeile, keine Fischräucherei, kein Open-Air-Treffpunkt? Stattdessen Übernachtungsquartier für eine eher exklusive Klientel?

Nein, sagt Eiko Wenzel, dem die ganze Aufregung eher an einen Sturm im Wasserglas erinnert. "Zu diesen Befürchtungen gebe es keinen Anlass. Wenzel ist für die Abteilung Bauordnung mit dem Klarschiff-Genehmigungsverfahren befasst - und das Genehmigungsverfahren, sagt er, lief einwandfrei und transparent. Architekt Laust Lorenzen habe das Projekt sogar öffentlich im Fachausschuss vorgestellt. Der Ausschuss habe die Bauvoranfrage abgesegnet, in der explizit von einem Gebäude mit Nutzung für Wohnen, Büros und Gewerbe in touristischer Ausrichtung die Rede war. Wenzel: "Der Bauherr wollte diese Offenheit, die Flächen als Büros oder als Wohnungen zu gestalten. Insofern hat es aus unserer Sicht keinen Wechsel gegeben." Dass Klarschiff an der Küste zur Spaßbremse wird, hält Eiko Wenzel für ausgeschlossen. "Das ist nicht zu befürchten. Im übrigen hätten wir ohnehin im Obergeschoss drei Wohnungen gehabt. Ob es eine mehr oder weniger ist, hat für diese Betrachtung überhaupt keine Bedeutung."

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