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Demonstration in Flensburg : Klare Worte von der Wasserkante

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

500 Metaller demonstrierten mit Fahnen und Pfeifen gegen das geplante Hotel im Industriegebiet.

Selten hat ein Planungsprojekt in Flensburg eine so hohe Bürgerbeteiligung mobilisiert wie dieses: Gut 500 Metaller demonstrierten gestern mit Fahnen und Trillerpfeifen gegen das geplante Hotel im Industriegebiet. Aufgerufen zu dieser Kundgebung hatte die IG Metall, deren Erster Bevollmächtigter Michael Schmidt im Namen der Belegschaften von Werft, Stadtwerken, Niro-Petersen und FFG eindringlich an Verwaltung und Politik appellierte, den durch Ansiedlung eines Hotels entstehenden Konflikt zwischen Erholungs- und Industrienutzung auch nicht ansatzweise zuzulassen.

Unter den Belegschaften am Hafen geht die Sorge um, rechtliche Auseinandersetzungen über Betriebs- und Verkehrslärm könnten Bestand und Entwicklung der Betriebe gefährden. „Seitdem diese Diskussion läuft, ist unsere Belegschaft in größter Unruhe“, sagt Heinz–Werner Hagge, Betriebsratsvorsitzender der FFG. Und das kann er sehr gut nachvollziehen. Anders als die Belegschaft nämlich hätte ihr Arbeitgeber eine Alternative, falls es am Hafen kritisch wird. In Kirchen/Sieg hat die FFG eine 100-prozentige Tochter, die sich mit exakt dem gleichen Programm beschäftigt wie die Flensburger Mutter. „Die können unseren Job genau so gut machen“, sagt Hagge. Und auch wenn ein – umstrittenes – Lärmgutachten Entwarnung gibt: Keiner der FFG- Beschäftigten will auch nur das geringste Risiko eingehen. Kollege Ralf Sasse von der FSG mit ihren 750 Arbeitnehmern übrigens auch nicht. „Der Brauereiweg ist unsere Hauptzufahrtsstraße. Bei uns kommen täglich 40 bis 50 Schwer-LKW an. Die müssten alle am Hotel vorbei“, sagt der Betriebsratsvorsitzende der Werft.„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die niemanden stören.“

Von den Ratsfraktionen hatten nach Verdi-Beobachtungen nur Abgeordnete des SSW und der Linken die Gelegenheit zum Gespräch mit den Belegschaften genutzt. Der Rest des Rates verzichtete anscheinend auf die Gelegenheit, direkt mit den Betroffenen zu kommunizieren. Für die SPD, die das Hotelprojekt entschieden befürwortet, war immerhin die Landtagsabgeordnete Simone Lange vor Ort. Mehr als eine allgemeine Aussage – Aufwertung der Stadt nur unter der Prämisse, dass sie nicht zu Lasten der Arbeitsplätze geht– hatte allerdings auch Lange nicht beizusteuern. Allerdings wird die Kommunalpolitik die Metallarbeiter nicht so schnell los. Am 11. November, wenn über das Hotel eine richtungweisende Entscheidung ansteht, wollen sie die Bürgerbeteiligung im Rathaus fortsetzen.

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erstellt am 07.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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