Tarife : Kita-Streik: Noch kein Ende in Sicht

Einige Kinder sind in den Notgruppen der städtischen Einrichtungen untergebracht. Dort gibt es noch freie Plätze.
Einige Kinder sind in den Notgruppen der städtischen Einrichtungen untergebracht. Dort gibt es noch freie Plätze.

Die Gewerkschaften stellen in Aussicht, den Ausstand binnen eines Tages aufzuheben, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt.

shz.de von
13. Mai 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | Der unbefristete Ausstand hält in den städtischen Kitas an. Eltern müssen bei der Betreuung ihrer Sprösslinge improvisieren. Noch geht das gut, denn viele haben in dieser Woche wegen des Feiertags ein paar Tage frei. Hinzu kommt, dass einige Schulen wegen des beweglichen Ferientags geschlossen sind. Doch ab Montag wird das anders aussehen, wenn die Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi bis dahin kein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegen haben. Im Falle eines Angebots stellen die Gewerkschaften in Aussicht, den Streik binnen eines Tages aufzuheben und die Erzieher wieder zur Arbeit zu schicken.

In Flensburg wurden wegen des Streiks in den Kitas Fruerlund, Alter Kupfermühlenweg, Weiche und Schwedenheim Notgruppen eingerichtet. Auch in der Neustadt gibt es eine solche Gruppe. Diese seien gut ausgelastet, es gebe aber noch freie Plätze für Kinder, die nicht anderweitig betreut werden können, teilt Maren Jensen, Leiterin der Kindertagesbetreuung der Stadt, mit. Eltern, die ihre Kinder in einer Notgruppe unterbringen möchten, können sich in den jeweiligen Kitas melden. 20 Kinder werden in einer Gruppe betreut, in der Krippe sind es zehn.

Die Stadt hat zudem angeboten, Räumlichkeiten für eine eigenverantwortliche Betreuung zur Verfügung zu stellen (wir berichteten). Aber sowohl Jensen als auch die Vorsitzende der Kreiselternvertretung (KEV), Katharina Dethleffsen, haben noch nicht gehört, dass dieses Angebot genutzt wird. Das kann sich aber schon ab Montag ändern, wenn es voraussichtlich Engpässe in der Kinderbetreuung geben wird. „Wir haben die Eltern aufgefordert, sich zu organisieren“, sagt Dethleffsen. Sie sollen schon jetzt planen, wie und wo sie den Nachwuchs in der nächsten Woche unterbringen. Damit sie auf den „worst case“ – den schlimmsten Fall – vorbereitet sind.

Die Notgruppen sollen weitergeführt werden, wenn der Streik anhält. Das ist zumindest der letzte Stand der KEV und der Stadt. Verdi kündigt jedoch an, in der nächsten Woche immer mehr Beschäftigte in den Streik mit einzubinden. Auch die Notgruppen sollen „sukzessiv verringert werden“, erklärt Fachbereichssekretär Karl-Heinz Pliete.

Für viele Familien ist das eine Hiobsbotschaft. In dieser Woche können sie sich noch mit freien Tagen, Großeltern, Nachbarn oder Freunden in Sachen Kinderbetreuung über Wasser halten. Noch haben sie auch Verständnis für den Streik. Doch wenn die Gewerkschaft ihre Ankündigung umsetzt, könnte die Stimmung bald umschlagen.

Neben den Erziehern streiken derzeit auch viele Sozialpädagogen. Stadtsprecher Clemens Teschendorf erzählt, dass sich dieses auf die städtischen Angebote auswirkt. Einschränkungen gebe es vor allem in den Bereichen Eingliederungshilfe. Die entsprechenden Angebote stehen derzeit nicht zur Verfügung. Auch der Bezirkssozialdienst sei betroffen. Hier komme es zu starken Beeinträchtigungen. „Zurzeit kann nur der unmittelbare Kinderschutz sichergestellt werden“, sagt Teschendorf. In den weiteren Bereichen des Sozial- und Erziehungsdienstes wird zumindest ein Notdienst erreichbar sein.

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