Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig : Kita Sophiesminde: Zukunft offen

Kindergarten Sophiesminde in der Petrischule: Der idyllische Eindruck täuscht, etliche Fragen für den künftigen Betrieb sind ungeklärt.
Kindergarten Sophiesminde in der Petrischule: Der idyllische Eindruck täuscht, etliche Fragen für den künftigen Betrieb sind ungeklärt.

Flensburg will die Einrichtung des ADS-Grenzfriedensbunds übernehmen. Viele Fragen sind noch offen, die unter Zeitdruck beantwortet werden müssen.

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04. Juni 2014, 12:15 Uhr

Nach den Auseinandersetzungen in der Vergangenheit über den Kindergarten Sophiesminde klingen die Töne jetzt versöhnlich: Oberbürgermeister Simon Faber sprach in der Mitgliederversammlung des ADS-Grenzfriedensbunds am Montag von einem Kompromiss. Ob der allerdings den engagierten Erziehern im ADS-Grenzfriedensbund Freude macht, ist nicht sicher: Die Stadt will den in die Petri-Schule ausgelagerten Kindergarten Sophiesminde ab August übernehmen. Dann ist allerdings noch nicht klar, wo das neue Gebäude – das alte musste wegen Einsturzgefahr geräumt werden – seinen Platz finden wird. Die Mitarbeiter soll ADS an die Stadt ausleihen. Und die Dienstaufsicht, die Fachaufsicht, wo bleiben die pädagogischen Konzepte, mit denen ADS sogar die Zertifizierung ihrer Kindergärten erreicht hat? Offene Fragen, die in den nächsten Wochen geklärt werden sollten. Unter Zeitdruck: Für den Kindergarten im Ausweichquartier läuft zum August die Betriebsgenehmigung ab.

Auf alle diese Details ging der Oberbürgermeister in seiner Rede nicht ein. Aussagen von ihm wie „die Stadt steht an der Seite von ADS-Grenzfriedensbund“ werden die Mitarbeiter am Umgang mit Sophiesminde messen.

Faber bestätigte ADS-Grenzfriedensbund, er sei ein breit aufgestellter Sozialverband, „eine wichtige Größe in der Region“. Die Stadt sage Dank für die Arbeit und für das Engagement der Mitarbeiter. Der ADS-Slogan „aktuell, dynamisch, sozial“ sei ein guter Leitgedanke.

In seiner Rede verwies Faber auf die Geschichte des Grenzlandes, die Überwindung des deutsch-dänischen Konfliktes, die Absicht der Grenzland- und Minderheitenverbände, soziale und kulturelle Angebote zu unterbreiten. Sie machten in diesen Jahren gemeinsam die Erfahrung, dass sie Gebäude aus jener Zeit aus Altersgründen ersetzen oder in sie investieren müssten, ohne dass die Zuschüsse steigen.

Aus dem Geschäftsbericht, den Geschäftsführer Ernst-Peter Rodewald vortrug, geht hervor, das andere Gemeinden zwischen Nord- und Ostsee vielfach auf das Prinzip zurückgreifen, ADS Räume für Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen und den Verband mit dem Betrieb der Einrichtungen zu beauftragen. So wurden im vergangenen Jahr in 30 Kindertagesstätten monatlich 1792 Kinder betreut. So übertrug auf Föhr ein Elternverein einen Kindergarten mit zwei Gruppen an ADS. Mehrere Kommunen errichteten Neubauten, die der Verband nutzt. Zwei Referentinnen sind zuständig für die inhaltliche Arbeit. Rodewald: „Die Zertifizierung ist ein großer Erfolg für alle Einrichtungen und eine Bestätigung der Arbeit.“

Der Verbandsvorsitzende Lothar Hay hatte in seiner Begrüßung betont, bei eher sinkenden Zuschüssen gehe es dem Verband nicht mehr um den Ausbau seiner Aktivitäten, sondern „um die Sicherung der Qualität unserer Arbeit“. Die finanzielle Situation habe sich weiter verschlechtert. Eine Konsequenz: Das Müttergenesungsheim „Haus Remmer“ in Langballig hat seinen Betrieb eingestellt. Die Tagessätze, die die Krankenkassen zahlten, deckten die Kosten nicht im mindesten. ADS-Grenzfriedensbund hat eine betriebswirtschaftliche Begutachtung seiner Arbeit und Organisation in Auftrag gegeben. Lothar Hay: „Dem Ergebnis sehen wir mit Spannung entgegen.“ Es sei dann Grundlage für Entscheidungen, kündigte Hay an.

Eine weitere Einsparmöglichkeit wurde bei der Herausgabe der Grenzfriedenshefte gesehen. Es erscheint nur noch einmal im Jahr auf Papier, weitere Ausgaben erhalten die Mitglieder per E-Mail.

Trotz allem: Unter dem Jahresergebnis 2013 von ADS-Grenzfriedensbund stehen rote Zahlen.

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