Flensburger Süden : Kindergarten-Eltern machen gegen große Kitas mobil

Auslaufmodell mit Ersatzbedarf: Kita Schwedenheim an der Ecke Helenenallee/Bahnhofstraße.
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Auslaufmodell mit Ersatzbedarf: Kita Schwedenheim an der Ecke Helenenallee/Bahnhofstraße.

Der Jugendhilfeausschuss erwägt nun auch Bau zwei kleinerer Häuser im Südosten - die Standorte sind weiter offen.

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11. Dezember 2014, 12:49 Uhr

Flensburgs Kindergarteneltern wehren sich gegen eine Politik der großen Kita-Neubauten zur Lösung des drohenden Engpasses bei der Kindergartenversorgung. „Der Bau einer Kita mit mindestens 120 Plätzen ist in einer solchen Größe nicht im Interesse von Eltern“, heißt es in einer Beschlussvorlage, die die Kreiselternvertretung um Vorsitzende Katharina Dethleffsen gestern in den Jugendhilfeausschuss einbrachte: „Schon jetzt zeigt sich in Einrichtungen von 80 Plätzen unter der Elternschaft eine große Anonymität“, heißt es dort weiter. Je größer die Einrichtung, desto größer die Gefahr der „Verwahrungsstätte statt Bildungsstätte“, befürchtet Dethleffsen. Da Kitas auch für kleinere Kinder überschaubar sei sollten, würden Häuser mit bis zu vier Gruppen als sinnvoll erachtet – also höchstens 80 Kinder. Damit üben die Elternvertreter indirekt auch Kritik an den jüngsten Beschlüssen des Jugendhilfeausschusses. Das Gremium hat im Flensburger Norden auf dem Areal südlich der Petri-Schule gerade die Planung für eine mindestens 120 Plätze große Kita als Ersatz der alten ADS-Kita Sophiesminde auf den Weg gebracht, die seit Ende August für den Übergangszeitraum von zwei Jahren bereits als kleinere städtische Kita in der alten Schule arbeitet.

Bildungsfachbereichsleiter Ulrich Mahler und Stadt-Immobilien-Chef Michael Draeger äußerten gestern im Ausschuss wiederholt Sympathie für eine möglichst baugleiche Kita in der südöstlichen Innenstadt. Genau das wollen die Eltern aber nicht. Sie möchten weder eine Groß-Kita hinter der Hohlwegschule in Jürgensby noch an der früheren Löhmannschule auf dem Sandberg. Sie schlagen vielmehr zwei kleinere Standorte vor – und zwar neben der Hohlwegschule und an einem zweiten Standort im Bahnhofsumfeld. Diese könnten die in die Jahre gekommene Kita Johannisstraße und die als nicht modernisierbar geltende Kita Schwedenheim ersetzen. Katharina Dethleffsen erklärte dem Tageblatt, dass die Elternschaft der Johannisstraße sich gut einen Standort am Hohlweg vorstellen könne. Auf dem Sandberg mit insgesamt sechs konkurrierenden Kitas (315 Plätze) sehen die Eltern der bisherigen Schwedenheim-Kitas bislang weniger Bedarf. Dethleffsen erinnerte an einen Ratsbeschluss vom Juli: Durch Anmietung einer kleineren Einrichtung sei anzustreben, den bisherigen Standort Bahnhofstraße/Helenenallee zu erhalten.

Brigitte Handler von Adelby1 berichtete, dass kleinere Einrichtungen eine deutlich angenehmere Atmosphäre für Kinder und Eltern hätten: „Wenn 120 Eltern morgens ihre Kinder bringen, ist es wie auf dem Hauptbahnhof.“

Bei der Planung zweier kleinerer städtischer Kitas, so die Elternvertreter, könnten auch Gebäude wie die Pestalozzischule oder das alte JAW an der Handwerkskammer in Betracht kommen. Die Verwaltung indes hält beide Grundstücke für zu klein, selbst für kleinere Kitas. Dennoch, in der Politik war deutliche Sympathie für die Lösung mit zwei kleineren Kitas spürbar. Die Standorte indes sind weiter offen.

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