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Unesco-Schule : Kinder kämpfen um ihren Betreuer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es gibt Ärger an der Unesco-Grundschule in Weiche. Heute findet ein klärendes Gespräch zwischen Eltern und Vereinsvorstand statt.

Der Unterricht war längst beendet – da formierte sich gestern eine große Gruppe von Eltern mit ihren Kindern vor der Unesco-Grundschule in Weiche. Eine Protestkundgebung. Es geht um den Abzug einer Betreuungskraft, die sich bei den Schülern außerordentlich großer Beliebtheit erfreut. Armin Koziol war 17 Jahre lang an der Einrichtung tätig. Erst am letzten Schultag vor den Osterferien seien die Eltern von dem Betroffenen selbst über den Schritt informiert worden, beklagen sie.

Ihr Zorn richtet sich gegen den Verein Betreute Grundschule. Die Zusammenarbeit, zwischen Vorstand, Geschäftsstelle und Mitarbeitern, monieren sie, funktioniere nur mangelhaft. „Es gab keine Kommunikation mit uns, selbst der Schulleiter ist nicht in Kenntnis gesetzt worden“, schimpft Claudia Schultz, deren sechsjährige Tochter die erste Klasse besucht. „Wir sind empört über diese unpädagogische Maßnahme und unsere Kinder maßlos traurig.“ Man sei über die Gründe bis heute nicht hinreichend und nachvollziehbar informiert worden.

Elternvertreter Thomas Riegel-Mottlau richtete umgehend nach Bekanntwerden des „unangekündigten Abzugs“ ein Beschwerdeschreiben an die Geschäftsstelle des Vereins. Darin heißt es, dass die getroffene Entscheidung auch Auswirkungen auf andere Schulen haben werde. „Armin Koziol wurde an die Ramsharde-Schule versetzt“, sagte er gegenüber dem Tageblatt, „und das eindeutig gegen seinen Willen.“ Er forderte eine Liste des aktuellen Mitgliederverzeichnisses an, „zwecks Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. „Dazu kam es leider nicht, da der gesamte Vorstand angeblich schon in den Osterferien war.“ Heute nun soll es endlich ein klärendes Gespräch zwischen Elternvertretern und dem Vereinsvorstand geben.

Heidrun Loell sieht diesem Termin wie andere Eltern mit Spannung entgegen. Auch sie stimmt ein Loblied auf den langjährigen Betreuer an. „Er war immer eine verlässliche Größe für unsere Kinder. Ihre Hauptbezugsperson haben sie nun verloren.“

Die Betreuung übernehmen morgens von 7 bis 8 Uhr zwei Kräfte, von 12 bis 16 Uhr sind es drei Personen. Armin Koziol war immer dabei. „Die einzige Konstante, um die alle anderen rotiert sind“, spielt Heidrun Loell auf die hohe Fluktuation an.

Auch Gabi Schwohn vom DGB hatte sich unter die „Demonstranten“ gemischt. „Es geht hier um einen kritikwürdigen Umgang mit Arbeitskräften“, sagte sie. Der Verein stehe ohne Geschäftsführung da, mit dem man in den Dialog treten könne. „So geht das nicht!“

„Herr Koziol ist kein Einzelfall“, heißt es in einer Stellungnahme des Vereinsvorstands. Um weiterhin eine kontinuierliche Betreuung der Kinder gewährleisten zu können, habe man auch andere Mitarbeiter versetzen müssen. „Wir können verstehen, dass die Elternschaft und die Kinder aufgebracht sind und Gesprächsbedarf haben.“ Am Montag dieser Woche seien zum Austausch alle Elternvertreter in die Geschäftsstelle des Vereins eingeladen worden, heißt es. „Eine Rückmeldung oder Absage haben wir nicht erhalten. Leider war somit bei diesem doch recht wichtigem Termin kein Mitglied aus der Elternschaft der Schule anwesend.“

Der Verein Betreute Grundschule steht in der Tat vor einer einer schwierigen Situation. Der Kooperationsvertrag wurde zum Schuljahresende 2017 durch die Stadt Flensburg gekündigt. Dadurch kommt es zu vermehrten Kündigungen von Seiten der Mitarbeiter, die sich aufgrund der ungeklärten Zukunftsaussichten neue Anstellungen suchen. „Es werden“, so der Vorstand, „ auch an den Schulen Mitarbeiter abgeworben, die dann als Schulassistenten angestellt werden. Diese Mitarbeiter fehlen dann in den jeweiligen Betreuungseinrichtungen, und nicht alle Lücken können durch Neueinstellungen geschlossen werden.“

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