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Flensburger Tageblatt

17. Dezember 2017 | 11:44 Uhr

Schloss Glücksburg : Kinder erobern das Schloss

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach Jahren der Sanierung besinnt sich die Glücksburger Stiftung im kommenden Jahr wieder auf die Museumsarbeit. Angebote für Kinder werden vorbereitet.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2013 | 07:05 Uhr

Es ist ein ganz besonderes Spielgerät, das dieser Tage auf dem Schlosshof in Glücksburg errichtet wird. Mit dem Klettergerüst, das den vier Türmen des Wasserschlosses nachempfunden wird, weist die Stiftung auf die inhaltliche Ausrichtung für das kommende Jahr hin. „Wir konzentrieren uns wieder auf unser Kerngeschäft, unseren musealen Anspruch“, sagt Stiftungsleiterin Susanne Ascheron, die Jahre voller Bauprojekte hinter sich hat.

Ganz oben auf der Liste musealer Vorhaben steht nicht nur das Hochzeitsgeschäft im Schloss. Die Museumspädagogik für Kinder nimmt deutlich Raum ein. Das Angebot für Mädchen und Jungen ist vielfältig. Neben dem individuellen klassischen Rundgang mit Hilfe eines kindgerechten Audio-Museumsguides gibt es die museale Entdeckertour für Kindergärten- und Grundschulgruppen, die Montagsführungen während der Sommerferien und die privaten Kindergeburtstage.

Die Stiftung bereitet mit dem verwandten Haus in Sonderburg ein Projekt vor, für das Susanne Ascheron gerade die Finanzierung aus dem Topf der Kulturvereinbarung beantragt hat. Kinder werden in Sonderburg Johann den Jüngeren nachspielen. Johann III., auch Herzog Hans von Schleswig-Holstein-Sonderburg genannt, ist der Erbauer des Glücksburger Hauses. Das Schloss entstand in den Jahren 1582 bis 1587.

Das jüngste Angebot für den Nachwuchs entsteht im Rahmen von „Kultur macht stark“. Es wird „schrecklich schön“ heißen und sich an neun bis zwölf Jahre alte Mädchen aus sozial benachteiligten Familien richten. Für dieses bereichsübergreifende Vorhaben – es beteiligen sich Jugendpflege und Universität Flensburg daran – übernimmt das Schloss den kulturellen Aspekt. Die Museumspädagogin des Hauses, Tanja Brümmer, wird den Mädchen erklären, wie die Körperkultur dem Einfluss von Zeit und Gesellschaft unterliegt. Und dass sich nicht nur Schmink- und Modestile ändern, sondern auch der individuelle Blick auf Körpermaße und -formen wandelt. Das Bündnis für kulturelle Bildung wird vom Bundesbildungsministerium gefördert.

Das museale Erlebnis bedarf einer Grundlage, es bedarf der Pflege der gesamten Schlossanlage, wie die Stiftungsleiterin erklärt: „Meine allergrößte Herausforderung ist es, die Substanz des Schlosses zu erhalten.“ Während der vergangenen Jahre stapelten sich Förder- und Bauanträge, Kostenvoranschläge und Baupläne auf dem Schreibtisch der studierten Kauffrau.

Zu den Vorzeigeprojekten zählt Ascheron den Bau der Gartenbrücke, die seit Sommer 2012 in den Schlosspark führt. Der Übergang war die Voraussetzung, Veranstaltungen im Hof anbieten zu können. Dank öffentlicher Mittel in Höhe von 25 000 Euro vom Land, 31 000 Euro Aktiv-Region, 25 000 Euro vom Freundeskreis und einem gehörigen Spendenaufkommen in Höhe von 72 000 Euro konnte das 191 000 Euro teure Vorhaben gelingen.

Die neue Schlossbeleuchtung, die das Gebäude in blau-weiß-rotes Licht tauchen kann, kostete 51 000 Euro. Der Freundeskreis des Schlosses gab dafür 15 000 Euro, die EU 8000 Euro, aber auch hier machten die Spenden mit 30 000 Euro den großen Zufluss aus. Ein Geschenk an die Schlossstiftung, die sich nicht daran zu beteiligen brauchte. Das Einwerben von Spenden und Sponsorengeld macht einen Großteil ihrer Arbeit aus, sagt Susanne Ascheron. Sie warb 219 000 Euro an Spenden und 292 000 Euro an Zuschüssen ein.

50 000 Besucher

Einschließlich September besuchten in diesem Jahr 42 447 Menschen das Schloss. Im vergangenen Jahr zahlten 47 242 Personen Eintritt. Susanne Ascheron ist zuversichtlich, am Jahresende wieder an die 50 000 Besucher (20 Prozent von ihnen aus Dänemark) ausweisen zu können. 2009 waren es noch 54 800.

Die rückläufige Tendenz der vergangenen Jahre weiß die Stiftungsleiterin nicht zu erklären, sieht die Entwicklung aber gelassen: „Dafür, dass wir am Ende der Welt liegen, ist das eine gute Besucherzahl.“ Sie brauche den Vergleich mit anderen Schlössern im Land wie dem bauähnlichen aber kleineren Ahrensburg oder Eutin mit 17 400 Besuchern nicht zu scheuen. Dennoch hat die Kauffrau ein Hauptziel: „Im eigenen Haushalt mehr erwirtschaften.“ Die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft kommt ihr gerade recht.

www.schloss-gluecksburg.de

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