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Zu große Straße? : Kielseng soll zweispurig werden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vorlage für den Planungsausschuss: CDU, SPD und Grüne wollen Rückbau von vier- auf zweispurige Straße prüfen lassen, weil der Verkehr am Ostufer rückläufig ist

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 07:30 Uhr

Mit einem Mal drängt die Zeit: Was wird aus dem Straßenzug vom Hafendamm bis zur Ballastbrücke? Die im vergangenen Jahr begonnenen Bauarbeiten für die Verlegung einer Druckleitung von der Pumpstation Kielseng zum Klärwerk stehen kurz vor dem Abschluss. „Ende Juni sind wir da fertig“, sagt Ralf Leese, Sprecher des zuständigen Technischen Betriebszentrums. „Nach der aktuellen Sprachregelung müssen wir dann den ursprünglichen Zustand wieder herstellen. Also vierspurig.“

Aber ist das sinnvoll? Als im Jahr 2006 die Osttangente fertig gestellt wurde, rückten die innerstädtischen Verkehrsachsen bereits in den Blickpunkt. Von der Innenstadt Entlastungsstraße Ost erhoffte man sich einen spürbaren Rückgang des Autoverkehrs. Die Erwartungen wurden zusätzlich beflügelt durch das Schrumpfen der ebenfalls an diesem vierspurigen Verkehrsstrang hängenden Dienststellen der Bundeswehr und des Flensburger Wirtschaftshafens. Die Politik hat diesen Gedanken jetzt wieder aufgegriffen. Für den nächsten Planungsausschuss am 29. April wollen CDU, SPD und Bündnisgrüne untersucht wissen, ob nicht auch eine zweispurige Straße genügt. Ein entsprechender Antrag für die Verwaltung ist in Vorbereitung.

CDU-Ratsherr Arne Rüstemeier kündigt auf Nachfrage noch einen weiteren Antrag an. Dem Finanzausschuss soll untersagt werden, die Wiederherstellungsmittel freizugeben, bis die Frage der Zwei- oder Vierspurigkeit entschieden ist. „Wir brauchen diese Bewegungsfreiheit“, sagt Rüstemeier. „Wenn wir dort unten was verändern wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt.“ Die Zahlen geben ihm Recht. Die letzte Verkehrszählung kam laut Rüstemeier 2010 für die Gesamtstrecke nur noch auf 12 000 Fahrzeuge täglich. Planerisch aber liege die Untergrenze für einen vierspurigen Ausbau aktuell bei 18 000 Fahrzeugen. „Wir müssen sehen, was wir dort Sinnvolleres machen können“, so der CDU-Politiker. „Jeder weiß, dass der Radweg miserabel ist. Vielleicht bauen wir eine Schnelltrasse für den Radverkehr; oder wir schaffen Flächenerweiterungen für Gewerbe. Parkflächen sind denkbar. Bei Veranstaltungen im Bereich Sonwik kommt es regelmäßig zu Engpässen.“

Nach Beobachtungen des Technischen Betriebszentrums aus der fast fünfmonatigen Bauphase dürfte ein halbiertes Straßenprofil keine Probleme bereiten. „Wir haben nicht gezählt, aber zu keinem Zeitpunkt nennenswerte Engpässe registriert“, sagt Leese. „Doch wer immer da etwas anfasst, sollte sich auf zusätzliche Kosten einrichten: Da unten verlaufen sehr, sehr viele Leitungen.“

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