Tourismus : "Kelmpark-Hotel" in alter Klinik-Ost

Anlage im Grünen: So sieht die Planung des Kieler Architekten Björn Bergfeld aus.
1 von 2
Anlage im Grünen: So sieht die Planung des Kieler Architekten Björn Bergfeld aus.

Flensburg hat ein neues Hotel-Projekt: Aus der früheren Klinik-Ost in Mürwik soll das "Hotel Kelmpark" werden. Die erste Präsentation stieß rundweg auf gute Resonanz.

shz.de von
05. Februar 2009, 01:38 Uhr

Flensburg | Es ist rund 20 Jahre her, dass die städtische Klinik-Ost den Backstein-Komplex an der Kelmstraße verließ. Allein der Name hat sich gehalten. Seit zwei Jahren arbeitet der neue Besitzer Fritz Matzen an einem Konzept für eine Umnutzung, nun wurde es im Planungsausschuss erstmals öffentlich vorgestellt. Das "Hotel Kelmpark" erhielt grundsätzliche Zustimmung; jetzt geht Matzen mit seinen Kieler Architekten an die Feinarbeit.

Etwas verwunschen und heruntergekommen sieht es derzeit aus zwischen Kelmstraße und Osbektal. Hier könnte in wenigen Jahren ein attraktives Vier-Sterne-Hotel in einem wunderschönen Park ganz nah an der Förde auf Gäste warten. Geplant sind 141 Zimmer, von denen jedoch nur ein Teil in der eigentlichen Klinik untergebracht werden kann. Ein moderner, quadratischer Anbau mit Innenhof, der sich in Richtung Förde anschließt, ist unverzichtbar. Auf der anderen Seite soll eine Parkpalette in den Hang hineingebaut werden. Zusätzliches Raumangebot entsteht nach den Plänen des Kieler Architekten Björn Bergfeld in einem Sockelgeschoss, das sich an der Längsseite des Hauptgebäudes zum Osbektal hin anschließt, aber, da es quasi ein Souterrain bildet, die Fassade frei lässt.
Wanderweg am Wasser entlang
"Die Detailplanung erfolgt in Abstimmung mit der Denkmalpflege", sagte Bergfeld am Dienstag im Planungsausschuss. Am Hauptgebäude sollen alle Anbauten und "Fremdkörper" entfernt werden, so dass der ursprüngliche Zustand - die "Backsteingotik" - wieder erkennbar wird. Von einer Terrasse haben die Gäste einen Blick ins Osbektal. Die Grünflächen sollen als parkähnlicher Garten hergerichtet werden. Dieser Teil des Projektes sei mit der Naturschutzbehörde geklärt und abgestimmt.

Damit die Hotel-Gäste zu Fuß die Förde erreichen können, wird der Wanderweg durch das Osbektal hinunter ans Wasser hergerichtet. Hier gibt es derzeit eine fußläufige Verbindung zwischen Marineschule und Schule Strategische Aufklärung, die später durch eine schmale Brücke über den Wanderweg gesichert werden soll. Der öffentliche Wanderweg reicht landeinwärts bis zur Fördestraße.

Ungeklärt ist das Schicksal des alten Wasserturms, der "in einem erbärmlichen Zustand" ist, so Bergfeld. Der Turm brauche zunächst ein neues Dach. Über die Nutzung konnte Besitzer Fritz Matzen, ein aus Dänemark stammender Kaufmann und Projektentwickler, noch nichts sagen: "Wir wollen da etwas Schönes gestalten." Die Eröffnung des Hotels sei für 2010 avisiert, jetzt werden Investor und Betreiber gesucht.

Am Mittwoch, 4. März, soll das Kelmpark-Projekt öffentlich vorgestellt werden - zusammen mit einer weiteren Hotel-Planung am alten Schlachthof. Im Ausschuss gab es am Dienstag nur positive Stimmen - Planungschef Frank Rolfes: "Das ist ein ambitioniertes Projekt, dafür sind wir dem Investor dankbar." Das gemeindliche Einvernehmen für die Bauvoranfrage erteilte der Ausschuss ohne Gegenstimme.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen