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Flensburger Tageblatt

23. August 2017 | 10:45 Uhr

Keine Verluste im Grenzhandel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Obwohl der dänische Staat die Abgaben auf Bier und Sprudel senkte, kommen die Kunden weiter zum Einkaufen nach Deutschland

Die Abgabesenkung auf Sprudelgetränke und Bier vom 1. Juli hat die massiven Einkäufe dänischer Kunden in deutschen Grenzhandelsmärkten nicht ausgebremst. Ziel der dänischen Regierung war es eigentlich, den Einzelhandel nördlich der Grenze zu stärken. Doch die gesunkenen Preise für Fanta und Co. sind für Dänen, die im Grenzgebiet wohnen, kein Grund, jetzt ihren Vorrat an Getränken nun in Dänemark zu kaufen. Dies bestätigten die Einzelhändler in Sønderjylland. „Wir haben keinen Unterschied gemerkt im Verkauf. Dafür sind wir zu dicht an der Grenze. Da muss noch mehr passieren“, sagt John Hansen von SuperBrugsen in Skærbæk. Dieser Meinung sind auch Lars Skovhus, Filialleiter bei Kvickly in Haderslev, und viele seiner Kollegen. „Es ist gut, dass die Änderungen vorgenommen wurden. Das ist ein gutes Signal“, sagt Skovhus.

Viele Experten begründen die unveränderte Lage damit, dass die Abgabesenkungen nur einen sehr geringen Einfluss auf das Einkaufsverhalten der Dänen aus Syd- und Sønderjylland haben, weil es trotz allem preiswerter ist, auf der deutschen Seite der Grenze einzukaufen. Allenfalls könnten die Senkungen eine Bedeutung für Dänen aus Midtjylland oder von Sjælland haben, meinen Experten.

Susanne Bygvrå, angestellt bei der Grenzregionsforschung der SDU, erwartete zum Zeitpunkt der Änderungen kein anderes Einkaufsverhalten der Dänen. „Da spielt auch eine gewisse Gewohnheit mit, wenn man über die Grenze fährt, um einzukaufen – insbesondere bei denen, die in der Nähe wohnen und keinen Grund haben, ihre Gewohnheiten zu ändern, wenn die Preise nicht merkbar sinken. „Die Kunden lassen sich von den Preisen locken. Daher wäre es für die dänischen Einzelhändler hilfreich, wenn sie attraktivere Mengenrabatte anbieten könnten“, meint Bygvrå. Lars Skovhus schlägt vor: „Es müsste etwas an der Pfand-Regelung geändert werden. So dass diese identisch ist in Deutschland und Dänemark.“

Die Erwartungen der Einzelhändler seien sehr positiv gewesen, als im April bekannt wurde, dass die Abgaben gesenkt werden sollen. Ein Teil von ihnen hat die niedrigeren Abgaben dazu genutzt, eine Angebotskampagne zu starten. In diesem Kontext hätten mehrere der Einzelhändler einen merkbaren Unterschied beobachten können. „Unser Angebot ist populärer geworden, doch es ist jetzt nicht so, dass die Dänen, die einen Großeinkauf machen wollen, zu Hause in Dänemark kaufen“, sagt Pernille Flygger, angestellt bei Super Brugsen in Gram.

 


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